IQWiG2023

Gallensteine & Cholezystektomie: IQWiG-Entscheidungshilfe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Rapid-Report P22-01 dient als evidenzbasierte Entscheidungshilfe für die Behandlung von Gallensteinen und die Indikationsstellung zur Cholezystektomie. Ziel ist die Unterstützung der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) zwischen ärztlichem Personal und Betroffenen.

Gallensteine können sich in der Gallenblase oder im Gallengang befinden und bleiben häufig asymptomatisch. In diesen Fällen besteht in der Regel kein Behandlungsbedarf, da unspezifische Beschwerden wie Verdauungsprobleme oder Übelkeit oft andere Ursachen haben.

Typische Symptome sind krampfartige Oberbauchschmerzen (Gallenkoliken), die das Risiko für Komplikationen wie Cholezystitis oder Pankreatitis erhöhen. Die Publikation differenziert zwischen konservativem Abwarten, medikamentöser Auflösung und operativen Eingriffen.

Empfehlungen

Die IQWiG-Entscheidungshilfe formuliert folgende Kernaspekte zur Behandlung von Gallensteinen:

Diagnostik und Indikationsstellung

Laut Bericht lassen sich Steine in der Gallenblase meist sonografisch darstellen. Für Steine im Gallengang wird häufig eine endoskopische Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) benötigt.

Ein operativer Eingriff wird primär bei wiederkehrenden Gallenkoliken erwogen. Bei asymptomatischen Steinen ist ein Eingriff meist unnötig, es sei denn, es liegen sehr große Steine oder eine Porzellangallenblase vor, da hier ein erhöhtes Risiko für Gallenblasenkarzinome besteht.

Akute Cholezystitis

Bei einer akuten Entzündung der Gallenblase wird zunächst eine stationäre Therapie mit Antibiotika und Schmerzmitteln beschrieben.

Zudem wird empfohlen, die Gallenblase innerhalb eines Tages operativ zu entfernen. Dadurch sollen Komplikationen durch die Entzündung oder erneute Beschwerden vermieden werden.

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Auflösung mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) kommt laut Bericht nur selten infrage.

Diese Option beschränkt sich meist auf kleine, frisch entstandene Cholesterinsteine und erfordert eine Einnahmedauer von 6 bis 24 Monaten. Es wird auf eine hohe Rezidivrate nach Behandlungsende hingewiesen.

Behandlungsoptionen im Vergleich

Der Bericht stellt die wesentlichen Vor- und Nachteile der primären Behandlungsstrategien wie folgt gegenüber:

StrategieIndikationVorteileRisiken & Nachteile
AbwartenAsymptomatische Steine, unklare Beschwerden, Zustand nach erster KolikVermeidung von Operationsrisiken2 % Risiko pro Jahr für Komplikationen bei rezidivierenden Koliken
CholezystektomieWiederkehrende Koliken, Cholezystitis, PorzellangallenblaseVerhinderung weiterer Koliken und Komplikationen1 % Verletzung der Gallengänge, 4 % Blutungen/Infektionen, teils weicherer Stuhlgang
Steinentfernung (ERC)Verdacht auf Steine im GallengangGezielte Entfernung der Gallengangssteine5-10 % Komplikationsrisiko (Pankreatitis, Verletzung von Gallengang/Darm)

Die Cholezystektomie erfolgt standardmäßig minimalinvasiv per Laparoskopie. Eine offene Bauchoperation ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.

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💡Praxis-Tipp

Unspezifische Beschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit oder unklare Bauchschmerzen werden oft fälschlicherweise auf asymptomatische Gallensteine zurückgeführt. Der Bericht betont, dass eine Cholezystektomie in diesen Fällen meist nicht zu einer Beschwerdefreiheit führt, weshalb die Indikation streng an das Vorliegen typischer Koliken oder spezifischer Risikofaktoren geknüpft werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist das Auftreten von typischen Gallenkoliken der Hauptgrund für eine Cholezystektomie. Zudem wird eine Operation bei einer akuten Cholezystitis, sehr großen Steinen oder einer Porzellangallenblase empfohlen.

Es wird empfohlen, die Gallenblase bei einer akuten Entzündung innerhalb eines Tages operativ zu entfernen. Dies dient der Vermeidung von weiteren Komplikationen.

Eine medikamentöse Therapie mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) ist laut Bericht nur selten indiziert. Sie kommt primär bei kleinen, frischen Cholesterinsteinen infrage und geht mit einer hohen Rezidivrate einher.

Der Bericht nennt bei der Cholezystektomie ein Risiko von etwa 1 Prozent für Gallengangsverletzungen. Bei rund 4 Prozent der Eingriffe kommt es zu behandlungsbedürftigen Blutungen oder Infektionen.

Eine spezielle Ernährungsumstellung ist nach dem Eingriff meist nicht erforderlich. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass manche Personen nach der Operation etwas häufiger weichen Stuhlgang oder Durchfälle haben.

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Quelle: IQWiG P22-01: Entscheidungshilfe Gallenblasenentfernung (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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