Systemische Therapie bei Kindern: Indikation und Nutzen
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht N21-03 untersucht die Systemische Therapie als Psychotherapieverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen. Ziel der Untersuchung ist die systematische Nutzenbewertung hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte.
Als Vergleichsinterventionen dienen unter anderem Richtlinientherapien, andere psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlungen sowie Placebo oder keine Behandlung. Die Systemische Therapie fokussiert dabei auf den sozialen Kontext psychischer Störungen und misst dem interpersonellen Umfeld eine besondere Bedeutung bei.
Die Bewertung basiert auf 50 randomisierten, kontrollierten Studien, von denen 42 verwertbare Daten lieferten. Die untersuchten psychischen Störungen wurden in Anlehnung an die Anwendungsbereiche der Psychotherapie-Richtlinie zusammengefasst und ausgewertet.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei affektiven Störungen im Kindes- und Jugendalter ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Systemischen Therapie im Vergleich zu etablierten Richtlinientherapien besteht. Es wird zudem betont, dass die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen über alle Indikationen hinweg stark limitiert ist, was bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG gibt es Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen bei Angst- und Zwangsstörungen (als Add-on zur Richtlinientherapie) sowie bei hyperkinetischen Störungen (als Add-on zur Medikation). Auch bei Essstörungen und Substanzkonsumstörungen zeigen sich positive Effekte.
Der Bericht stellt bei affektiven Störungen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Systemischen Therapie fest. Dies bezieht sich auf den direkten Vergleich mit etablierten Richtlinientherapien.
Die Evidenz ist laut Bericht durch ein hohes Verzerrungspotenzial in den meisten eingeschlossenen Studien limitiert. Zudem fehlen oft Daten zu unerwünschten Ereignissen, was die Nutzen-Schaden-Abwägung erschwert.
Für Störungen des Sozialverhaltens konnte das IQWiG keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der Systemischen Therapie ermitteln. Die vorliegenden Daten ließen in diesem Bereich keine eindeutigen Schlüsse zu.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG N21-03: Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen als Psychotherapieverfahren (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG N14-02: Systemische Therapie bei Erwachsenen als Psychotherapieverfahren
S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression - Evidenzbericht
S3-Leitlinie Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen
IQWiG V21-06: Evidenzrecherche: S3-Leitlinie Cannabisbezogene Störungen
S3-Leitlinie Borderline-Persönlichkeitsstörung
IQWiG HT22-02 : Generalisierte Angststörung: Helfen Apps Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung?
IQWiG HT17-05: Angststörungen: Führt der ergänzende Einsatz der Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapie bei psychotherapeutischen
IQWiG V25-05: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen