Autologe Chondrozytenimplantation (ACI) Knie: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht N19-02 untersucht die autologe Chondrozytenimplantation (ACI) als operative Methode zur Behandlung symptomatischer, isolierter Knorpeldefekte am Knie bei Erwachsenen. Die Methode wird ab einer Defektgröße von 2,5 Quadratzentimetern bei den ICRS-Schweregraden 3 und 4 angewendet.
Bei dem zweistufigen Verfahren werden Knorpelzellen entnommen, kultiviert und in den Defekt reimplantiert. Es werden drei Generationen unterschieden: die periostgedeckte (ACI-P), die kollagengedeckte (ACI-C) und die matrixassoziierte autologe Chondrozytenimplantation (M-ACI).
Als Standardtherapien zum Vergleich dienen knochenmarkstimulierende Methoden wie die Mikrofrakturierung. Ebenso werden andere etablierte Transplantationsmethoden wie die Mosaikplastik herangezogen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse zur ACI im Vergleich zu Standardtherapien:
Verfahrensübergreifende Bewertung
Bei der gemeinsamen Betrachtung aller drei ACI-Verfahren ergibt sich laut Bericht kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden gegenüber der Standardtherapie. Aufgrund von Heterogenität in den Studienergebnissen wurden die Verfahren zusätzlich separat ausgewertet.
Matrixassoziierte ACI (M-ACI)
Für die M-ACI zeigen sich vorteilhafte Effekte in den Bereichen Funktion und gesundheitsbezogene Lebensqualität.
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Die Effekte erreichen isoliert betrachtet keine klinisch relevante Größe.
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In der qualitativen Gesamtbetrachtung wird jedoch ein mindestens vergleichbarer Nutzen zur Standardtherapie abgeleitet.
Kollagen- und periostgedeckte ACI (ACI-C und ACI-P)
Für die älteren Verfahren (ACI-C und ACI-P) liegen inkonsistente Ergebnisse und fehlende Daten zu potenziellen Schäden vor.
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Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden.
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Ein vergleichbarer Nutzen zur Standardtherapie lässt sich nicht ausreichend sicher abschätzen.
Übersicht der Verfahrensbewertung
| ACI-Verfahren | Generation | Nutzenbewertung vs. Standardtherapie |
|---|---|---|
| M-ACI (matrixassoziiert) | 3. Generation | Mindestens vergleichbarer Nutzen |
| ACI-C (kollagengedeckt) | 2. Generation | Kein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden |
| ACI-P (periostgedeckt) | 1. Generation | Kein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden |
Kontraindikationen
Laut Bericht stellt eine fortgeschrittene degenerative Gelenkerkrankung (Arthrose) die wichtigste Kontraindikation für eine autologe Chondrozytenimplantation dar.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass von den drei untersuchten Verfahren lediglich für die matrixassoziierte autologe Chondrozytenimplantation (M-ACI) ein mit der Standardtherapie vergleichbarer Nutzen abgeleitet werden kann. Bei der Indikationsstellung für Knorpeldefekte ist zu berücksichtigen, dass für die älteren Verfahren (ACI-P und ACI-C) keine ausreichende Evidenz für einen Nutzen vorliegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Bericht wird die Methode je nach Aktivitätslevel und Alter ab einer Knorpeldefektgröße von 2,5 Quadratzentimetern angewendet. Sie ist für die ICRS-Schweregrade 3 und 4 indiziert.
Der Bericht definiert knochenmarkstimulierende Methoden wie die Mikrofrakturierung als Standardtherapie. Auch Transplantationsmethoden wie die osteochondrale Transplantation oder Mosaikplastik fallen unter diesen Begriff.
Die Auswertung der Studien ergab für den Endpunkt Schmerz keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der ACI-Verfahren im Vergleich zur Standardtherapie. Weder kurz- noch langfristig zeigten sich signifikante Unterschiede.
Die wichtigste Kontraindikation für den Eingriff ist das Vorliegen einer fortgeschrittenen degenerativen Gelenkerkrankung. Bei einer bereits bestehenden fortgeschrittenen Arthrose wird das Verfahren nicht angewendet.
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Quelle: IQWiG N19-02: Kollagengedeckte und periostgedeckte autologe Chondrozytenimplantation am Kniegelenk sowie matrixassoziierte autologe Chondrozytenimplantation am Kniegelenk (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.