IQWiG2017Rheumatologie

Aktive Kniebewegungsschienen bei VKB-Ruptur: IQWiG

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Ruptur des vorderen Kreuzbands (VKB) führt häufig zu mechanischer und funktioneller Instabilität. Eine gestörte Propriozeption beeinträchtigt dabei die Kniegelenkskinematik maßgeblich.

Die Rehabilitation zielt auf Gelenkstabilisierung und die Vermeidung einer sekundären Arthrose ab. Aktive Kniebewegungsschienen (CAM-Schienen) werden als Tretmaschinen im Rahmen einer geschlossenen kinematischen Kette eingesetzt.

Laut Herstellerangaben sollen diese Schienen ab dem vierten postoperativen Tag angewendet werden. Ziel ist es, die beeinträchtigte Tiefensensibilität frühzeitig zu fördern und die funktionelle Stabilität wiederherzustellen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht N16-01 evaluiert den Nutzen von aktiven Kniebewegungsschienen (CAM-Schienen) bei Patienten mit vorderer Kreuzbandruptur. Die Bewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen:

Evidenzlage und Datenqualität

Laut Bericht wurden lediglich zwei randomisierte kontrollierte Studien mit geringen Patientenzahlen identifiziert. Beide Studien weisen ein hohes Verzerrungspotenzial auf und beschränken sich auf einen kurzen Beobachtungszeitraum von einer Woche.

Es liegen dem Bericht zufolge keine verwertbaren Daten zur Selbstanwendung der Schienen im häuslichen Umfeld vor. Ebenso fehlen Studien zur Anwendung nach rein konservativer Therapie.

Ergebnisse zu patientenrelevanten Endpunkten

Die Auswertung der verfügbaren Daten zeigt folgende Resultate im Vergleich der Behandlungsstrategien:

EndpunktCAM-Schiene vs. CPM-SchieneCAM-Schiene vs. keine Schiene
BewegungsumfangKein Anhaltspunkt für Nutzen/SchadenKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
SchmerzenKein Anhaltspunkt für Nutzen/SchadenKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
PropriozeptionDaten nicht verwertbar (fehlende Validierung)Daten nicht verwertbar (fehlende Validierung)
Unerwünschte EreignisseNicht systematisch erfasstKeine Daten berichtet

Die in den Studien verwendeten Messinstrumente für die Propriozeption (Winkelreproduktionstests) sind laut Bericht nicht validiert. Daher können diese Daten für eine Nutzenbewertung nicht herangezogen werden.

Zusammenfassende Bewertung

Der Bericht schlussfolgert, dass Nutzen und Schaden von CAM-Schienen insgesamt unklar sind. Dies gilt insbesondere für die häusliche Anwendung.

Zudem betont die Bewertung, dass die vorliegenden Daten nicht ausreichen, um eine therapeutische Äquivalenz zwischen aktiven und passiven Kniebewegungsschienen (CPM) anzunehmen.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass ein möglicher Effekt von Bewegungsschienen auf den Schmerzverlauf in Studien oft durch eine unkontrollierte Bedarfsmedikation mit Analgetika überdeckt wird. Es wird zudem hervorgehoben, dass die Propriozeption nach einer Kreuzbandruptur ein komplexes System ist, für das im klinischen Alltag bislang keine validierten und umfassenden Messinstrumente zur Verfügung stehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht lässt sich aus der aktuellen Studienlage kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ableiten. Die verfügbaren Daten zeigen keine signifikanten Unterschiede bezüglich Bewegungsumfang oder Schmerzen.

Der Bericht stellt fest, dass Nutzen und Schaden der Schienen insbesondere in der häuslichen Anwendung unklar sind. Es konnten keine Studien identifiziert werden, die die Selbstanwendung zu Hause methodisch hochwertig untersuchen.

Die Bewertung betont, dass gängige Verfahren wie der passive Winkelreproduktionstest keine validierten Instrumente zur Erfassung der Propriozeption darstellen. Es fehlen derzeit Tests, die dieses komplexe sensomotorische System umfassend messen können.

Der Bericht verneint dies, da die unzureichende Datenlage eine Äquivalenzbetrachtung nicht zulässt. Es fehlen unter anderem genaue Daten zu unerwünschten Ereignissen und Streumaße zum Endpunkt Schmerzen.

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Quelle: IQWiG N16-01: Aktive Kniebewegungsschienen in der Behandlung von Rupturen des vorderen Kreuzbands (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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