IQWiG2018Rheumatologie

Motorbetriebene Bewegungsschienen (CPM): IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Motorbetriebene Bewegungsschienen (Continuous Passive Motion, CPM) werden häufig in der postoperativen oder konservativen Rehabilitation von Gelenkerkrankungen eingesetzt. Ziel ist es, die Beweglichkeit zu verbessern und Verklebungen vorzubeugen.

Der IQWiG-Bericht N16-03 aus dem Jahr 2018 untersucht den patientenrelevanten Nutzen dieser Schienen. Dabei wurde die Anwendung am Knie- und Schultergelenk im Vergleich zu Physiotherapie oder als Ergänzung zur Standardtherapie analysiert.

Die Bewertung basiert auf 35 Studien zu sieben unterschiedlichen Fragestellungen. Untersucht wurden Endpunkte wie Bewegungsumfang, Schmerz, körperlicher Funktionsstatus und gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf der Studienlage folgende zentrale Ergebnisse zur Anwendung von CPM-Schienen.

Übersicht der Evidenz nach Indikation

Der IQWiG-Bericht fasst den Nutzen der CPM-Schiene (allein oder additiv zur Physiotherapie) im Vergleich zur Standard-Physiotherapie wie folgt zusammen:

IndikationVergleichEndpunkt mit NutzennachweisEndpunkte ohne Nutzennachweis
SchultersteifeCPM vs. PTSchmerz (Hinweis auf Nutzen)Bewegungsumfang
RotatorenmanschettenrupturCPM vs. PT / CPM + PT vs. PTKeineBewegungsumfang, Schmerz
KniegelenkfrakturCPM + PT vs. PTKeineBewegungsumfang
Vordere KreuzbandrupturCPM + PT vs. PTKeineBewegungsumfang, Schmerz
KnieendoprotheseCPM + PT vs. PT (> 6h/Tag)Bewegungsumfang (Kniebeugung)Schmerz, Funktion
KnieendoprotheseCPM + PT vs. PT (≤ 6h/Tag)KeineBewegungsumfang, Schmerz, Funktion

Schultergelenk

Bei der konservativen Behandlung der Schultersteife zeigt sich laut Bericht ein Hinweis auf einen höheren Nutzen bezüglich der Schmerzreduktion durch die CPM-Schiene. Für den Bewegungsumfang lässt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden ableiten.

Bei der postoperativen Behandlung einer Rotatorenmanschettenruptur ergibt sich kein belegter Zusatznutzen. Dies gilt laut Auswertung sowohl für den alleinigen Einsatz der CPM-Schiene als auch für die Kombination mit Physiotherapie.

Kniegelenk

Für die Indikationen Kniegelenkfraktur und Ruptur des vorderen Kreuzbands zeigt die Evidenz keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden. Die Kombination aus CPM und Physiotherapie zeigte gegenüber der alleinigen Physiotherapie keine signifikanten Vorteile.

Beim Einsatz nach Implantation einer Knieendoprothese differenziert der Bericht nach der täglichen Anwendungsdauer:

  • Bei einer täglichen CPM-Anwendung von über 6 Stunden ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen hinsichtlich der Kniebeugung im frühen stationären Setting.

  • Bei einer Anwendung von bis zu 6 Stunden täglich zeigt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden.

  • Für Endpunkte wie körperlicher Funktionsstatus, Schmerz oder Lebensqualität lässt sich unabhängig von der Dauer kein Zusatznutzen belegen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass der routinemäßige Einsatz von CPM-Schienen nach Gelenkeingriffen oft keinen belegten Zusatznutzen gegenüber der reinen Physiotherapie bietet. Ein messbarer Vorteil für den Bewegungsumfang nach Knie-TEP-Implantation ist laut Datenlage erst bei einer sehr intensiven Nutzung von mehr als sechs Stunden täglich zu erwarten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen bezüglich der Kniebeugung nur, wenn die Schiene zusätzlich zur Physiotherapie für mehr als sechs Stunden täglich angewendet wird. Bei kürzerer Anwendungsdauer ist kein Zusatznutzen belegt.

Der Bericht sieht einen Hinweis auf einen höheren Nutzen der CPM-Schiene im Vergleich zur Physiotherapie hinsichtlich der Schmerzreduktion. Für die Verbesserung des Bewegungsumfangs konnte jedoch kein Vorteil nachgewiesen werden.

Die Auswertung der Studienlage ergab für die Indikation der vorderen Kreuzbandruptur keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden. Die Kombination aus CPM und Physiotherapie zeigte keine Überlegenheit gegenüber der alleinigen Physiotherapie.

Gemäß dem Bericht gibt es weder für den Bewegungsumfang noch für die Schmerzreduktion einen belegten Zusatznutzen. Dies gilt sowohl für den alleinigen Einsatz als auch für die Kombination mit Physiotherapie.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG N16-03: Motorbetriebene Bewegungsschienen (CPM) nach Interventionen am Kniegelenk und am Schultergelenk (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien