ESWT bei Fersenschmerz: IQWiG Leitlinie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht N15-06 untersucht den Nutzen der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) bei Patienten mit plantarem Fersenschmerz (Fasciitis plantaris). Diese Erkrankung ist durch eine Reizung und Entzündungsreaktion der Plantaraponeurose am Fersenbein gekennzeichnet.
Primär liegen dem Fersenschmerz mechanische Einflüsse zugrunde, die durch Faktoren wie Fußfehlstellungen oder Übergewicht begünstigt werden. Typische Symptome sind Anlaufschmerzen beim Gehen sowie deutliche Belastungsschmerzen.
Üblicherweise erfolgt zunächst eine konservative Behandlung mittels Einlagen, Dehnübungen oder Physiotherapie. Stellt sich nach etwa sechs Monaten keine Besserung ein, wird häufig die ESWT als nicht-invasive Alternative zu operativen Eingriffen angeboten.
Empfehlungen
Die IQWiG-Bewertung formuliert basierend auf der Studienlage folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT):
ESWT versus Scheinbehandlung
Laut Bericht wird der ESWT im Vergleich zu einer Scheinbehandlung ein Beleg für einen Nutzen hinsichtlich der Schmerzreduktion zugesprochen. Dies betrifft sowohl den frühen (sechs Wochen bis sechs Monate) als auch den späten Auswertungszeitpunkt (sechs Monate bis fünf Jahre).
Zudem leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen Nutzen bezüglich der Verbesserung des körperlichen Funktionsstatus ab.
ESWT versus aktive Vergleichstherapien
Der Bericht vergleicht die ESWT mit verschiedenen aktiven Behandlungsansätzen. Die Ergebnisse zur Schmerzreduktion stellen sich wie folgt dar:
| Vergleichstherapie | Nutzen der ESWT im Vergleich |
|---|---|
| Glukokortikoidinjektionen | Geringerer Nutzen (Anhaltspunkt) |
| Dehnübungen | Geringerer Nutzen (Anhaltspunkt) |
| Ultraschalltherapie | Höherer Nutzen (Anhaltspunkt) |
| Iontophorese mit Analgetika | Höherer Nutzen (Anhaltspunkt) |
| Endoskopische Plantarfasziotomie | Kein Unterschied nachweisbar |
| Ultraschall plus Dehnübungen | Kein Unterschied nachweisbar |
Anwendung und Dosierung
Aus den eingeschlossenen Studien lässt sich laut Bericht keine eindeutige Empfehlung für ein spezifisches Behandlungsprotokoll ableiten. Es zeigt sich lediglich ein Vorteil für höhere Gesamtenergiedosen (240 bis 720 mJ/mm2) gegenüber sehr niedrigen Dosen.
Kontraindikationen
Der IQWiG-Bericht listet basierend auf den Einschlusskriterien der ausgewerteten Studien verschiedene Kontraindikationen und Ausschlusskriterien für die ESWT auf. Zu den genannten Kontraindikationen gehören:
-
Gerinnungsstörungen oder aktive Antikoagulationstherapie
-
Lokale Infektionen, Tumoren oder Hautulzera im Behandlungsbereich
-
Vorhandensein eines Herzschrittmachers
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Neurologische Anomalien oder Nervenkompressionssyndrome (z. B. Tarsaltunnelsyndrom)
-
Schwere kardiale Erkrankungen oder Schwangerschaft
Bezüglich unerwünschter Therapiewirkungen stuft der Bericht die ESWT als weitgehend sicher ein. Es wird vor allem über milde, vorübergehende Effekte wie lokale Schwellungen, Rötungen, Hämatome und Schmerzen während der Behandlung berichtet.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Hinweis des IQWiG-Berichts ist, dass die ESWT im direkten Vergleich mit Glukokortikoidinjektionen oder strukturierten Dehnübungen bei der Schmerzreduktion unterlegen sein kann. Es wird daher nahegelegt, diese konservativen Basistherapien vor einer Eskalation zur Stoßwellentherapie vollständig auszuschöpfen. Zudem konnte keine Überlegenheit der ESWT gegenüber einer Operation nachgewiesen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht wird die ESWT in der Regel angeboten, wenn eine konservative Therapie über etwa sechs Monate keine Besserung erbracht hat. Sie dient als Alternative zu operativen Eingriffen.
Der Bericht leitet aus der Studienlage ab, dass die ESWT im Vergleich zu Glukokortikoidinjektionen einen geringeren Nutzen bezüglich der Schmerzreduktion aufweist. Kortisonspritzen zeigten in den untersuchten Studien eine bessere schmerzlindernde Wirkung.
Gemäß der Auswertung treten meist nur milde und vorübergehende Nebenwirkungen auf. Dazu zählen Rötungen, lokale Schwellungen, Hämatome sowie Schmerzen während der Anwendung. Schwerwiegende Komplikationen wurden in den Studien nicht beobachtet.
Der Bericht stellt fest, dass sich aus den vorliegenden Daten kein eindeutig empfehlenswertes Behandlungsprotokoll ableiten lässt. Es zeigte sich lediglich, dass höhere Gesamtenergiedosen wirksamer sind als extrem niedrig dosierte Behandlungen.
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Quelle: IQWiG N15-06: Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) beim Fersenschmerz (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.