Hochfrequenztherapie bei erektiler Dysfunktion: IQWiG
Hintergrund
Die erektile Dysfunktion (ED) ist eine häufige sexuelle Funktionsstörung, bei der eine für die sexuelle Befriedigung ausreichende Erektion nicht erreicht oder aufrechterhalten werden kann. Der aktuelle Bericht des IQWiG untersucht die primär organisch bedingte ED, welche meist auf vaskuläre Ursachen im Rahmen kardiometabolischer Erkrankungen zurückzuführen ist.
Als etablierte Erstlinientherapie gelten oral einzunehmende Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (PDE-5-Hemmer). Alternativ stehen intrakavernöse Injektionen, Vakuumerektionsgeräte oder operative Verfahren zur Verfügung.
Die Behandlung mittels Hochfrequenzenergie (Radiofrequenztherapie) stellt einen neuen, lokal anzuwendenden Therapieansatz dar. Durch eine milde Erwärmung des Schwellkörpergewebes soll die Regeneration des Bindegewebes angeregt und die Erektionsfunktion kausal verbessert werden.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht fasst die aktuelle Evidenzlage zur Hochfrequenztherapie bei erektiler Dysfunktion zusammen:
Diagnostik und Klassifikation
Zur Bestimmung des Schweregrads einer ED wird der Einsatz validierter Fragebögen empfohlen. Der Bericht nennt hierbei zwei primäre Instrumente zur Klassifikation:
| Instrument | Beschreibung | Kategorien |
|---|---|---|
| IIEF-EF | Internationaler Index der erektilen Funktion | Keine, leichte, mittelschwere, schwere ED |
| EHS | Erection Hardness Score | 5 Stufen (0 = keine Vergrößerung bis 4 = vollkommen hart) |
Bewertung der Hochfrequenztherapie
Laut IQWiG-Bericht gibt es aktuell keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der Hochfrequenztherapie bei erektiler Dysfunktion. Die Evidenzlage wird als sehr spärlich eingestuft.
Eine Interimsanalyse der einzigen identifizierten laufenden randomisierten Studie zeigte:
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Keinen Effekt zugunsten der Hochfrequenzenergie im Vergleich zu einer Scheinbehandlung
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Einen Unterschied von weniger als 4 Punkten im IIEF-EF-Score, was als klinisch nicht relevanter Effekt bewertet wird
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Keine verfügbaren Daten zu gesundheitsbezogener Lebensqualität oder Nebenwirkungen
Einordnung in den Behandlungsalgorithmus
Aufgrund der fehlenden Evidenz wird die Methode in aktuellen Leitlinien nicht zur Behandlung der ED empfohlen. Es lässt sich laut Bericht auch kein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative ableiten.
Vor oder parallel zu einer symptomatischen Behandlung wird eine Modifikation von Risikofaktoren empfohlen. Hierzu zählen körperliche Aktivität, Gewichtsabnahme und der Verzicht auf Nikotin.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass die Evidenzlage zur Hochfrequenztherapie bei erektiler Dysfunktion aktuell unzureichend ist und kein klinischer Nutzen belegt werden kann. Es wird empfohlen, bei organisch bedingter ED primär auf etablierte Verfahren wie PDE-5-Inhibitoren sowie die Modifikation kardiovaskulärer Risikofaktoren zurückzugreifen.
Häufig gestellte Fragen
Nein, der aktuelle IQWiG-Bericht sieht keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen der Hochfrequenztherapie. Die vorliegenden Daten zeigen keinen Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung.
Als medikamentöse Erstlinientherapie werden oral einzunehmende PDE-5-Inhibitoren empfohlen. Zudem wird eine Anpassung von Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Übergewicht angeraten.
Zur Bestimmung des Schweregrads wird die Nutzung validierter Fragebögen empfohlen. Etablierte Instrumente sind der Internationale Index der erektilen Funktion (IIEF) sowie der Erection Hardness Score (EHS).
Laut Bericht sind PDE-5-Inhibitoren in Deutschland von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ausgeschlossen. Bestimmte Hilfsmittel wie Vakuumerektionsgeräte können bei entsprechender Indikation erstattet werden.
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Quelle: IQWiG N24-03: Behandlung mittels Hochfrequenzenergie bei organischer erektiler Dysfunktion (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.