IQWiG2019Rheumatologie

Pulsierende elektromagnetische Felder (PEMF): IQWiG-Bericht

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht E17-08 bewertet das Potenzial pulsierender elektromagnetischer Felder (PEMF) bei Knochenheilungsstörungen. Die Bewertung fokussiert sich auf die verzögerte Knochenheilung sowie Pseudarthrosen der langen Röhrenknochen.

Bei der Methode werden die betroffenen Knochen durch ein pulsierendes Magnetfeld elektrisch stimuliert. Ziel ist es, das Verhalten der Knochenzellen zu beeinflussen und die Osteogenese zu fördern.

Laut Bericht wird das Verfahren als Zusatzbehandlung zu konservativen Maßnahmen wie Abwarten, Teilbelastung und Physiotherapie eingesetzt. Ein wesentliches Ziel der Behandlung ist die Vermeidung operativer Eingriffe wie der Spongiosaplastik.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studienlage folgende Kernaussagen zum Potenzial der Methode:

Bewertung des Potenzials

Das IQWiG leitet für die PEMF-Therapie bei Knochenheilungsstörungen der langen Röhrenknochen ein Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative ab. Diese Einschätzung beruht primär auf den positiven Erkenntnissen zum Endpunkt der Frakturheilung.

Es wird festgestellt, dass eine Erprobungsstudie grundsätzlich möglich ist, um die notwendigen Erkenntnisse für eine abschließende Nutzenbewertung zu gewinnen.

Anwendung der Methode

Zur Durchführung der Therapie wird laut Bericht ein medizinisches Gerät benötigt, das über der Fraktur getragen wird. Die Anwendungsdauer variiert in den bewerteten Studien:

  • Tägliche Tragedauer zwischen 4 und 24 Stunden

  • Behandlungszeitraum über mehrere Wochen bis Monate

  • Fortführung in der Regel bis zur vollständigen Heilung der Pseudarthrose

Studienergebnisse zur Frakturheilung

Die Gesamtschau der vier primär herangezogenen randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) deutet auf positive Effekte hin. Die Ergebnisse zum Endpunkt Frakturheilung im Vergleich zu einer Scheinbehandlung stellen sich wie folgt dar:

StudieZeitpunktPEMF-Gruppe (Heilungsrate)Kontrollgruppe (Heilungsrate)Signifikanter Unterschied
Barker (1984)24 Wochen55,6 %71,4 %Nein
Sharrard (1990)12 Wochen45,0 %12,0 %Ja
Shi (2013)ca. 4,5 Monate77,4 %48,1 %Ja
Simonis (2003)6 Monate88,9 %50,0 %Ja

Hinsichtlich der Endpunkte Schmerz bei Belastung und Druckschmerzhaftigkeit zeigten die ausgewerteten Studien keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.

Kontraindikationen

Laut den vom IQWiG ausgewerteten Herstellerangaben und Antragsunterlagen gelten für die PEMF-Therapie folgende Kontraindikationen:

  • Synoviale Pseudarthrose

  • Frakturspalt von mehr als 10 mm

  • Schwangerschaft

  • Tragen eines Herzschrittmachers oder anderer lebenserhaltender Implantate

  • Alter unter 16 Jahren (Sicherheit nicht nachgewiesen)

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass die Anwendung pulsierender elektromagnetischer Felder im Allgemeinen mit einem geringen Risiko für unerwünschte Ereignisse einhergeht. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Therapie bei einem Frakturspalt von über 10 mm oder bei Vorliegen einer synovialen Pseudarthrose kontraindiziert ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht bewertet die Methode für verzögerte Knochenheilungen und Pseudarthrosen. Die Evidenz bezieht sich dabei primär auf lange Röhrenknochen.

Laut den ausgewerteten Studien und Herstellerangaben variiert die tägliche Tragedauer erheblich. Es wird eine Anwendung von 4 bis zu 24 Stunden täglich über mehrere Monate beschrieben.

Das IQWiG sieht in der Methode das Potenzial, operative Eingriffe wie eine Spongiosaplastik bei frustranen Heilungsverläufen zu vermeiden. Sie wird als Ergänzung zur konservativen Therapie bewertet.

In den bewerteten Studien traten kaum unerwünschte Ereignisse auf. Selten wurde über leichte Schmerzen bei der Applikation, Kopfschmerzen oder ein tiefliegendes Brennen berichtet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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