IQWiG2018

Parodontitis-Therapie: IQWiG-Bericht N15-01

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen kann. Eine systematische Parodontalbehandlung zielt darauf ab, die Entzündung zu stoppen und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

Der vorliegende Artikel basiert auf dem IQWiG-Bericht N15-01 aus dem Jahr 2018. Dieser systematische Review bewertet den Nutzen verschiedener Behandlungsmethoden bei behandlungsbedürftigen Parodontopathien anhand patientenrelevanter Endpunkte.

Die Nutzenbewertung des Instituts stützt sich primär auf die Endpunkte symptomatische Gingivitis, klinisches Attachmentlevel sowie Zahnverlust. Zu anderen Parametern wie Schmerz oder mundgesundheitsbezogener Lebensqualität lagen in den eingeschlossenen Studien kaum verwertbare Daten vor.

Empfehlungen

Der Bericht bewertet verschiedene Therapieansätze im Vergleich zur Standardtherapie oder zu keiner Behandlung. Die Ergebnisse werden in Form von Hinweisen oder Anhaltspunkten für einen (Zusatz-)Nutzen oder Schaden formuliert.

Geschlossene mechanische Therapie (GMT)

Für die geschlossene mechanische Therapie (GMT) als alleinige Maßnahme ergibt sich laut Bericht ein Hinweis auf einen Nutzen im Vergleich zu keiner Behandlung. Dies basiert auf dem Endpunkt Zahnverlust.

Auch für die GMT in Kombination mit einer modifizierten Widmanlappentechnik (mWLT) oder einer Osteoplastik zeigt sich jeweils ein Anhaltspunkt für einen Nutzen gegenüber keiner Behandlung.

Laser- und Lichttherapien

Im Bereich der Lasertherapien stellt der Bericht folgende Bewertungen fest:

  • Für die alleinige Lasertherapie ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen im Vergleich zur GMT (Endpunkt: symptomatische Gingivitis).

  • Für die ergänzende Lasertherapie zur GMT zeigt sich ebenfalls ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen, der jedoch aufgrund unveröffentlichter Studiendaten unter Vorbehalt steht.

  • Das lasergestützte LANAP-Verfahren zeigt keinen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen oder Schaden im Vergleich zur GMT.

Für die alleinige ergänzende fotodynamische Therapie (PDT) lässt sich kein Zusatznutzen belegen. Lediglich die Kombination aus fotodynamischem und fotoablativem Laser (PAT + PDT) ergänzend zur GMT zeigt einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen.

Chirurgische Maßnahmen

Bei den chirurgischen Interventionen zeigt der Bericht überwiegend keinen Zusatznutzen im Vergleich zur alleinigen GMT. Dies betrifft sowohl die modifizierte Widmanlappentechnik als auch die Osteoplastik.

Für die ergänzende chirurgische Taschenelimination (CTE) ergibt sich sogar ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur alleinigen GMT. Diese Bewertung stützt sich auf den Endpunkt Attachmentlevel.

Antibiotische Therapie und Schulung

Der Bericht bewertet den Einsatz von Antibiotika ergänzend zur mechanischen Therapie:

  • Für die ergänzende lokale Antibiotikabehandlung ergibt sich ein Hinweis auf einen höheren Nutzen (Endpunkt: Attachmentlevel).

  • Für die ergänzende systemische Antibiotikabehandlung zeigt sich ebenfalls ein Hinweis auf einen höheren Nutzen, der jedoch wegen unveröffentlichter Studienregistereinträge unter Vorbehalt steht.

Zudem ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen durch ein individuell angepasstes Mundhygiene-Schulungsprogramm (ITOHEP-Verfahren) im Vergleich zu einer Standardunterweisung.

Übersicht der Nutzenbewertungen

InterventionVergleichsinterventionIQWiG-BewertungMaßgeblicher Endpunkt
Geschlossene mechanische Therapie (GMT)Keine BehandlungHinweis auf NutzenZahnverlust
Lasertherapie (alleinig)GMTAnhaltspunkt für höheren NutzenSymptomatische Gingivitis
Lokale Antibiotika + GMTGMTHinweis auf höheren NutzenAttachmentlevel
Chirurgische Taschenelimination + GMTGMTAnhaltspunkt für geringeren NutzenAttachmentlevel
ITOHEP-Schulungsprogramm + GMTStandardunterweisung + GMTAnhaltspunkt für höheren NutzenSymptomatische Gingivitis
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💡Praxis-Tipp

Laut dem Bericht zeigt die ergänzende chirurgische Taschenelimination (CTE) einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen bezüglich des Attachmentlevels im Vergleich zur alleinigen geschlossenen mechanischen Therapie. Zudem ist zu beachten, dass der festgestellte Zusatznutzen systemischer Antibiotika unter Vorbehalt formuliert wurde, da hierzu relevante unveröffentlichte Studiendaten existieren.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht sieht einen Hinweis auf einen Nutzen der geschlossenen mechanischen Therapie (GMT) gegenüber keiner Behandlung. Diese Einschätzung basiert primär auf der Vermeidung von Zahnverlust.

Es gibt laut Bericht Anhaltspunkte für einen höheren Nutzen der alleinigen sowie der ergänzenden Lasertherapie im Vergleich zur Standard-GMT. Diese Ergebnisse beziehen sich auf eine stärkere Reduktion der symptomatischen Gingivitis.

Der Bericht stellt einen Hinweis auf einen höheren Nutzen der ergänzenden lokalen Antibiotikagabe im Vergleich zur alleinigen GMT fest. Dieser Vorteil zeigt sich in einer Verbesserung des klinischen Attachmentlevels.

Für die alleinige ergänzende fotodynamische Therapie (PDT) ergab sich kein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen. Lediglich in Kombination mit einer fotoablativen Therapie zeigte sich ein Anhaltspunkt für einen Vorteil bei der Gingivitis-Reduktion.

Der Bericht konnte für die meisten chirurgischen Maßnahmen wie die modifizierte Widmanlappentechnik oder die Osteoplastik keinen Zusatznutzen gegenüber der GMT feststellen. Für die chirurgische Taschenelimination ergab sich sogar ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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