Diabetes und Parodontitis: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die S2k-Leitlinie der DG PARO, DDG und DGZMK (2024) beschreibt die bidirektionale Beziehung zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis. Beide Erkrankungen zählen zu den häufigsten chronischen nicht-übertragbaren Krankheiten und beeinflussen sich wechselseitig in ihrer Entstehung, Progression und Therapie.
Ein schlecht eingestellter Diabetes ist laut Leitlinie mit einem erhöhten Risiko und Schweregrad einer Parodontitis assoziiert. Umgekehrt haben Menschen mit schwerer Parodontitis ein höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Zudem zeigt die Evidenz, dass eine unbehandelte Parodontitis bei Diabetes-Patienten die glykämische Kontrolle erschwert und das Risiko für mikrovaskuläre sowie kardiovaskuläre Komplikationen erhöht. Eine erfolgreiche Parodontaltherapie kann den HbA1c-Wert klinisch signifikant senken.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine nicht-chirurgische Parodontaltherapie bei Diabetes-Patienten unabhängig von der aktuellen Blutzuckereinstellung durchgeführt werden kann und sicher ist. Vor einer chirurgischen Parodontaltherapie wird jedoch empfohlen, zunächst eine bestmögliche Blutzuckereinstellung anzustreben. Zudem wird betont, dass eine erfolgreiche Parodontalbehandlung den HbA1c-Wert in einem Ausmaß senken kann, das mit der Zugabe eines zweiten oralen Antidiabetikums vergleichbar ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie führt eine erfolgreiche Parodontaltherapie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zu einer klinisch bedeutsamen Senkung des HbA1c-Spiegels. Die Reduktion liegt nach drei bis vier Monaten im Durchschnitt bei etwa 0,3 bis 0,4 Prozent und nach 12 Monaten bei bis zu 0,5 Prozent.
Es wird empfohlen, eine nicht-chirurgische Parodontaltherapie unabhängig von der Blutzuckereinstellung durchzuführen. Lediglich bei geplanten chirurgischen Eingriffen am Parodont sollte vorab eine bestmögliche Blutzuckereinstellung erzielt werden.
Die Leitlinie empfiehlt für Patienten mit Diabetes mindestens einmal jährlich eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung. Dabei sollte explizit eine parodontale Befunderhebung erfolgen, auch wenn bisher keine Parodontitis diagnostiziert wurde.
Eine unbehandelte Parodontitis ist laut Leitlinie mit einem höheren Risiko für diabetesbedingte Komplikationen assoziiert. Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Retinopathie, Nephropathie sowie kardiovaskuläre Erkrankungen.
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Quelle: DDG: Leitlinien_Diabetes_und_Parodontitis_2024.pdf pdf (DDG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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