Gesundheitsinfos für sozial Benachteiligte: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht GA13-01 untersucht, inwieweit die vom Institut erstellten Gesundheitsinformationen für sozial benachteiligte Personen verständlich und nutzbar sind. Hintergrund ist der gesetzliche Auftrag, für alle Bürger verständliche Informationen zur Gesundheitsversorgung bereitzustellen.
Bisherige Nutzertestungen erreichten vor allem Personen mit mittlerem bis hohem Bildungsabschluss. Da sozial benachteiligte Menschen oft andere gesundheitliche Risiken tragen und Hürden im Gesundheitssystem erfahren, wurde eine gezielte Evaluation initiiert.
Für die Untersuchung testeten 28 Personen aus sozialen Brennpunkten verschiedene Formate wie Texte, Filme und Quizze. Die Ergebnisse dienen der Ableitung von Optimierungsmaßnahmen für die Webseite Gesundheitsinformation.de.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf den Nutzertestungen konkrete Empfehlungen zur Anpassung der Gesundheitsinformationen.
Sprachliche und formale Gestaltung
Laut Bericht wird eine deutliche Reduktion der Textlänge auf maximal fünf Seiten empfohlen. Zudem wird zu einer übersichtlichen Struktur mit Zwischenüberschriften und Aufzählungen geraten.
Für die sprachliche Gestaltung empfiehlt das IQWiG:
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Die weitgehende Vermeidung von Fremdwörtern und Fachbegriffen
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Eine direkte Erläuterung unvermeidbarer Fachbegriffe im Text oder in einem alltagssprachlichen Glossar
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Den verstärkten Einsatz von verständniserleichternden Abbildungen und Grafiken
Risikokommunikation und Alltagsbezug
Es wird empfohlen, den lebensweltlichen Kontext der Zielgruppe stärker zu berücksichtigen. Dies kann laut Bericht durch Fallbeispiele und einen klaren Alltagsbezug erreicht werden.
Bei der Darstellung von Häufigkeiten und Risiken rät der Bericht zu einer klaren Kommunikation. Verneinende Häufigkeitsangaben wie "weniger häufig" oder "nicht selten" sollten vermieden werden, da sie oft fehlinterpretiert werden.
Medienformate und Zugänglichkeit
Die Testpersonen bewerteten audiovisuelle Formate besonders positiv. Der Bericht empfiehlt daher eine Fokussierung auf das Medienformat Film.
Zur besseren Erreichbarkeit der Zielgruppe wird die Nutzung weiterer Kanäle neben dem Internet vorgeschlagen. Es wird empfohlen, Printmedien über Vertrauenspersonen wie Hausärzte oder soziale Akteure zu verteilen.
Bewertung der getesteten Formate
| Bewertungsbereich | Positiv bewertet | Verbesserungsbedarf |
|---|---|---|
| Umfang | Filme und kurze Texte | Lange Texte über 5 Seiten |
| Gestaltung | Fallbeispiele, übersichtliche Struktur | Passendere Fotos, mehr Abbildungen |
| Sprache | Sprecherstimme im Film | Zu viele Fremdwörter, komplexe Inhalte |
| Risikokommunikation | Glaubwürdigkeit des Erstellers | Fehlende Bezugsgrößen bei Prozentzahlen |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht warnt davor, verneinende Häufigkeitsangaben wie "weniger häufig" oder "nicht selten" in der Patientenkommunikation zu verwenden, da diese besonders von sozial benachteiligten Personen oft fehlinterpretiert werden. Es wird stattdessen zu einer klaren, direkten Benennung von Risiken und Bezugsgrößen geraten.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht werden Texte mit einer Länge von maximal fünf Seiten als optimal empfunden. Längere Texte führen im Alltag häufig zu einem Abbruch des Leseprozesses.
Die Nutzertestung zeigte, dass Filme aufgrund ihrer anschaulichen Darstellung besonders positiv bewertet werden. Auch strukturierte Kurztexte und Printmedien werden zur Informationsvermittlung empfohlen.
Es wird empfohlen, Fremdwörter weitgehend zu vermeiden. Unvermeidbare Fachbegriffe sollten direkt im Text oder in einem sehr kurz gehaltenen, alltagssprachlichen Glossar erläutert werden.
Obwohl sich Testpersonen klare Handlungsanweisungen wünschten, weist das IQWiG darauf hin, dass dies mit den Prinzipien evidenzbasierter Informationen kollidieren kann. Es wird stattdessen eine neutrale Darstellung von Nutzen und Schaden zur informierten Entscheidungsfindung empfohlen.
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Quelle: IQWiG GA13-01: Nutzertestung von Gesundheitsinformationen des IQWiG durch sozial benachteiligte Personen (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.