Hochfrequenzablation bei Menorrhagie: IQWiG
Hintergrund
Der Bericht des IQWiG bewertet das Potenzial der Hochfrequenzablation des Endometriums mittels Netzelektrode. Das Verfahren dient der Behandlung von prämenopausalen Frauen mit Menorrhagie aufgrund gutartiger Ursachen.
Die Zielgruppe umfasst Patientinnen ohne weiteren Kinderwunsch, bei denen eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam ist oder abgelehnt wird. Ziel des Eingriffs ist die Reduktion der Blutungsstärke bis hin zur Amenorrhö.
In der bisherigen Versorgungskaskade kommen zunächst medikamentöse Therapien wie die Hormonspirale zum Einsatz. Bei unzureichendem Erfolg stellen ablative Verfahren eine organerhaltende Alternative zur Hysterektomie dar.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studienlage folgende zentrale Erkenntnisse zur Methode:
Eigenschaften der Intervention
Die impedanzgesteuerte Hochfrequenzablation zeichnet sich durch spezifische technische Merkmale aus:
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Transzervikale Einführung einer Goldnetzelektrode unter Lokal- oder Vollnarkose
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Durchführung eines Perforationsdetektortests vor Beginn der Ablation
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Automatische Anpassung der Leistungsabgabe an die erfassten Uterusmaße
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Einmalige, flächige Applikation des Hochfrequenzstroms ohne Sichtkontrolle
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Automatische Beendigung durch permanente Impedanzmessung (spätestens nach 120 Sekunden)
Vergleichsinterventionen
Als angemessene Vergleichsinterventionen werden andere ablative Verfahren herangezogen. Dazu zählen primär die Schlingenresektion in Kombination mit der Rollerballablation (S/R) sowie die Heißwasserballon-Ablation.
Bewertung des Potenzials
Auf Basis von drei randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) wird der Methode ein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative zugesprochen. Die Ergebnisse zeigen im Vergleich zur Schlingenresektion/Rollerballablation folgendes Profil:
| Endpunkt | Ergebnis für Hochfrequenzablation (vs. S/R) |
|---|---|
| Unerwünschte Ereignisse | Vorteilhaft (geringere Häufigkeit) |
| Dysmenorrhö | Vorteilhaft (geringere Häufigkeit) |
| Blutungsstärke / Amenorrhö | Gleichwertig |
| Reinterventionen / Hysterektomie | Gleichwertig |
| Gesundheitsbezogene Lebensqualität | Gleichwertig |
Kontraindikationen
Laut Bericht bestehen für die Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode folgende Kontraindikationen:
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Schwangerschaft oder bestehender Kinderwunsch
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Bekanntes oder vermutetes Endometriumkarzinom sowie Vorstadien (z. B. ungelöste adenomatöse Hyperplasie)
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Anatomische Zustände mit Schwächung des Myometriums (z. B. vertikaler Kaiserschnitt, transmurale Myomektomie)
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Aktive Genital- oder Harnwegsinfektionen sowie akute Beckenentzündungen
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Einliegendes Intrauterinpessar
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Uterushöhle mit einer Länge von unter 4 cm oder einer Breite von unter 2,5 cm
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Vorliegen von Myomen der FIGO-Klassifikation 0-5 oder 8 (sofern diese nicht vorab entfernt wurden)
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode im Vergleich zu anderen ablativen Verfahren keine hormonelle Vorbehandlung des Endometriums erfordert. Zudem wird betont, dass der Eingriff jederzeit im Verlauf des Menstruationszyklus und ohne hysteroskopische oder sonografische Sichtkontrolle durchgeführt werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Das Verfahren eignet sich für prämenopausale Frauen mit gutartiger Menorrhagie und abgeschlossener Familienplanung. Voraussetzung ist, dass eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam war oder abgelehnt wird.
Die Energieabgabe wird durch eine permanente Impedanzmessung gesteuert und automatisch beendet. Laut Bericht dauert dieser Vorgang maximal 120 Sekunden.
Nein, der Eingriff kann gemäß den Herstellerangaben sowohl unter Lokalanästhesie als auch unter Vollnarkose durchgeführt werden. Die Wahl des Verfahrens obliegt dem behandelnden Arzt in Absprache mit der Patientin.
Vor der Ablation muss sichergestellt werden, dass die Uterushöhle intakt ist und bestimmte Mindestmaße aufweist. Hierfür wird unmittelbar vor der Energieabgabe ein Perforationsdetektortest über das Gerät durchgeführt.
Myome der FIGO-Klassifikation 0-5 oder 8 schließen eine direkte Behandlung aus. Eine vorangestellte Entfernung dieser Myome, auch im selben Operationsprozess, ermöglicht jedoch die anschließende Ablation.
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Quelle: IQWiG E20-09: Hochfrequenzablation des Endometriums mittels Netzelektrode bei Menorrhagie (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.