IQWiG2014Onkologie

uPA und PAI-1 beim Mammakarzinom: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht D13-02 untersucht die Bestimmung der Antigenexpressionslevel von uPA (Urokinase-Typ Plasminogen-Aktivator) und PAI-1 (Plasminogenaktivator-Inhibitor 1). Dies betrifft Patientinnen mit primärem Mammakarzinom und intermediärem Rezidivrisiko nach einer R0-Primäroperation.

Ziel der Untersuchung war es, den patientenrelevanten Nutzen einer testgestützten Entscheidung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie zu bewerten. Als Vergleich diente eine Entscheidungsstrategie, die unabhängig von den uPA- und PAI-1-Werten getroffen wird.

Relevante Endpunkte für die Nutzenbewertung umfassten das Gesamtüberleben, das krankheitsfreie Überleben sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Zudem wurden unerwünschte Ereignisse durch die Diagnostik und die anschließenden therapeutischen Maßnahmen betrachtet.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht fasst die Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche wie folgt zusammen:

Eingeschlossene Evidenz

Laut Bericht konnte nur eine einzige relevante Studie im Hybriddesign identifiziert werden. Diese untersuchte den Effekt einer adjuvanten Chemotherapie bei Patientinnen, die basierend auf hohen uPA- und PAI-1-Konzentrationen ausgewählt wurden.

Die Studienpopulation wurde anhand der Biomarker-Konzentrationen in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko (randomisiert in Chemotherapie oder Nachbeobachtung)

  • Patientinnen mit niedrigem Rezidivrisiko (ausschließlich Nachbeobachtung)

Ergebnisse zu Überleben und Nutzen

In der Intention-to-treat-Analyse der randomisierten Hochrisiko-Gruppe zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsoptionen. Dies betraf laut IQWiG sowohl das Gesamtüberleben als auch das krankheitsfreie Überleben.

Der Bericht schlussfolgert, dass die vorliegende Evidenz keinen Beleg für einen patientenrelevanten Nutzen einer uPA- und PAI-1-gestützten Strategie liefert. Der Nutzen oder Schaden dieser Diagnostik zur Therapieentscheidung beim primären Mammakarzinom wird als unklar eingestuft.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht rechtfertigt die aktuelle Studienlage keinen routinemäßigen Einsatz der uPA- und PAI-1-Bestimmung zur Indikationsstellung einer adjuvanten Chemotherapie beim Mammakarzinom. Es wird darauf hingewiesen, dass ein patientenrelevanter Überlebensvorteil durch diese testgestützte Strategie wissenschaftlich nicht belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

uPA (Urokinase-Typ Plasminogen-Aktivator) und PAI-1 (Plasminogenaktivator-Inhibitor 1) sind tumorassoziierte Antigene. Laut IQWiG wird ihre Konzentration im Tumorgewebe bestimmt, um das Rezidivrisiko bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom einzuschätzen.

Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass der patientenrelevante Nutzen einer uPA- und PAI-1-gestützten Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie unklar ist. In der untersuchten Studie konnte kein statistisch signifikanter Überlebensvorteil nachgewiesen werden.

Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen mit einem invasiven, primären Mammakarzinom nach einer R0-Primäroperation. Zudem mussten die Patientinnen anhand klinisch-pathologischer Faktoren ein intermediäres Rezidivrisiko aufweisen.

Laut Bericht erfolgte der Nachweis der uPA- und PAI-1-Konzentrationen im Tumorgewebe mittels ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay).

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Quelle: IQWiG D13-02: Bestimmung der Antigenexpressionslevel von uPA und PAI-1 beim primären Mammakarzinom mit intermediärem Rückfallrisiko nach R0-Primäroperation (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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