IQWiG2015Onkologie

Pertuzumab bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A15-34 bewertet den Zusatznutzen von Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Chemotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst die neoadjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde ein Schema aus Trastuzumab und einem Taxan (hier Docetaxel) festgelegt. Die Bewertung basiert primär auf den Daten der offenen, randomisierten kontrollierten NeoSphere-Studie.

Die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den deutschen Versorgungsalltag wird im Bericht als fraglich eingestuft. Dies liegt an der parallelen Anwendung von Trastuzumab und anthrazyklinhaltigen Regimen sowie der Aufteilung der Chemotherapie entgegen gängiger Leitlinien.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens:

Gesamtmortalität und Morbidität

Für die Endpunkte Gesamtmortalität, Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben zeigt der Bericht keinen statistisch signifikanten Unterschied. Ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte nicht belegt.

Auch für die Rate an brusterhaltenden Operationen lässt sich laut Bewertung kein Zusatznutzen ableiten. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie nicht untersucht.

Nebenwirkungen und Therapieabbrüche

Hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE) und schwerer Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigt sich kein signifikanter Unterschied.

Für den Endpunkt Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE) ergibt sich jedoch ein negativer Effekt:

  • Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten der Pertuzumab-Kombination

  • Bei der Mehrzahl der zum Abbruch führenden Ereignisse handelte es sich um kardiale Komplikationen

  • Daraus resultiert ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ab. Diese Aussage ist auf die in der Studie untersuchten Therapieregime beschränkt.

Dosierung

Die in der NeoSphere-Studie untersuchte neoadjuvante Behandlungsphase (Zyklus 1 bis 4, alle 3 Wochen) umfasste folgende Dosierungen:

WirkstoffZyklus 1 (Initialdosis)Zyklus 2-4 (Erhaltungsdosis)Applikation
Pertuzumab840 mg420 mgi.v.
Trastuzumab8 mg/kg6 mg/kgi.v.
Docetaxel75 mg/m2100 mg/m2i.v.

In der adjuvanten Phase (Zyklus 5 bis 17) erfolgte die Gabe von Trastuzumab (6 mg/kg) teilweise parallel zum FEC-Regime (5-Fluorouracil 600 mg/m2, Epirubicin 90 mg/m2, Cyclophosphamid 600 mg/m2).

Kontraindikationen

Der Bericht weist auf ein erhöhtes Risiko für Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen unter der Pertuzumab-Kombination hin.

Insbesondere kardiale Ereignisse führten in der untersuchten Studie vermehrt zum Abbruch der Therapie. Die Kombination von Trastuzumab mit einem Anthrazyklin erfordert laut Festlegung eine engmaschige Überwachung der kardialen Funktionen.

Zudem wird angemerkt, dass die parallele Anwendung von Trastuzumab und dem anthrazyklinhaltigen FEC-Regime in der Fachinformation von Trastuzumab nicht empfohlen wird.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die in der Zulassungsstudie angewendete parallele Gabe von Trastuzumab und anthrazyklinhaltigen Regimen (FEC) nicht den Empfehlungen der Fachinformation entspricht. Es wird hervorgehoben, dass unter der Kombinationstherapie mit Pertuzumab vermehrt Therapieabbrüche aufgrund kardialer Ereignisse auftraten. Eine engmaschige kardiologische Überwachung wird bei diesen Regimen als essenziell beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dies begründet sich durch vermehrte Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen bei fehlendem Beleg für Vorteile bei Überleben oder Rezidiven.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente ein Schema aus Trastuzumab und Docetaxel. Diese Festlegung erfolgte durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Der Bericht kritisiert die parallele Gabe von Trastuzumab und Anthrazyklinen, da dies der Fachinformation widerspricht. Zudem wird die Aufteilung der Chemotherapie in einen neoadjuvanten und adjuvanten Teil in deutschen Leitlinien nicht empfohlen.

Laut Dossierbewertung waren kardiale Ereignisse der Hauptgrund für Therapieabbrüche im Pertuzumab-Arm. Dies führte zur Bewertung eines höheren Schadens in dieser Endpunktkategorie.

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Quelle: IQWiG A15-34: Pertuzumab (neues Anwendungsgebiet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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