Ublituximab bei Multipler Sklerose: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A24-68 stellt ein Addendum zur Nutzenbewertung von Ublituximab bei Multipler Sklerose dar. Er basiert auf nachgereichten Daten des pharmazeutischen Unternehmers zu den Studien ULTIMATE I und ULTIMATE II.

Im Fokus steht die Fragestellung zum Zusatznutzen für therapienaive Erwachsene mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS). Es wird spezifisch die Subpopulation ohne Hinweise auf einen schweren Krankheitsverlauf betrachtet.

Als Vergleichstherapie in den zugrundeliegenden randomisierten kontrollierten Studien diente Teriflunomid. Das endpunktübergreifende Verzerrungspotenzial der Studien wird als niedrig eingestuft.

Empfehlungen

Studienpopulation

Laut Bewertung wird ein nicht schwerer Krankheitsverlauf anhand spezifischer Kriterien definiert. Es wird vorausgesetzt, dass in den zwei Jahren vor dem Screening weniger als drei Schübe und im Jahr davor weniger als zwei Schübe auftraten.

Zusätzlich dürfen zu Studienbeginn weniger als zwei Gadolinium-anreichernde Läsionen vorliegen. Alternativ wird das Vorliegen von weniger als neun T2-Läsionen als Kriterium genannt.

Bewertete Endpunkte

Der Bericht schließt verschiedene patientenrelevante Endpunkte in die Bewertung des Zusatznutzens ein. Folgende Parameter werden im direkten Vergleich zwischen Ublituximab und Teriflunomid betrachtet:

Endpunkt-KategorieSpezifischer ParameterMessinstrument / Operationalisierung
MorbiditätBestätigte KrankheitsschübeJährliche Schubrate
MorbiditätBehinderungsprogressionEDSS (bestätigt über 24 Wochen)
Schweregrad der BehinderungMultidimensionale EinschränkungMSFC-Score (inkl. PASAT-3, T25-FW, 9-HPT)
LebensqualitätGesundheitsbezogene LebensqualitätMSQoL-54 Fragebogen
NebenwirkungenSchwere unerwünschte EreignisseCTCAE-Grad ≥ 3

Methodik der Endpunkterfassung

Die bestätigte Behinderungsprogression wird als Erhöhung des EDSS-Wertes definiert, die über mindestens 24 Wochen bestehen bleibt. Eine reine Behinderungsverbesserung wird für diese spezifische Population nicht als primär relevanter Endpunkt herangezogen.

Für die Erfassung der kognitiven Beeinträchtigung wird der PASAT-3 als Komponente des MSFC-Scores genutzt. Auf eine separate Darstellung des Symbol Digit Modalities Test (SDMT) wird daher in der Bewertung verzichtet.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation der Studiendaten zu Ublituximab wird darauf hingewiesen, dass die Definition eines nicht schweren Verlaufs stark von der Schubfrequenz und der Läsionslast im MRT abhängt. Es wird hervorgehoben, dass der EDSS-Wert zu Studienbeginn allein keine ausreichende Information über den zeitlichen Verlauf der Behinderung liefert.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht liegt ein nicht schwerer Verlauf vor, wenn weniger als drei Schübe in zwei Jahren und weniger als zwei Schübe im letzten Jahr auftraten. Zudem dürfen zu Studienbeginn weniger als zwei Gadolinium-anreichernde Läsionen im MRT nachweisbar sein.

In den zugrundeliegenden Phase-3-Studien ULTIMATE I und ULTIMATE II wurde Ublituximab direkt mit Teriflunomid verglichen. Beide Studien weisen laut Bewertung ein niedriges Verzerrungspotenzial auf.

Die Bewertung stützt sich auf die EDSS-basierte Behinderungsprogression. Diese gilt als bestätigt, wenn die Verschlechterung des EDSS-Wertes über einen Zeitraum von mindestens 24 Wochen anhält.

Ja, die kognitive Funktion wird über den PASAT-3-Test abgebildet. Dieser Test fließt als fester Bestandteil in den standardisierten MSFC-Gesamtwert zur Beurteilung der Behinderung ein.

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Quelle: IQWiG A24-68: Ublituximab (multiple Sklerose) – Addendum zum Projekt A24-13 (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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