IQWiG2023Neurologie

Hochaktive RRMS: IQWiG-Bericht zu Eskalationstherapien

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die hochaktive schubförmig-remittierende Multiple Sklerose (RRMS) erfordert oft eine Anpassung der krankheitsmodifizierenden Therapie. Der IQWiG-Bericht A20-60 untersucht den Nutzen verschiedener Eskalationstherapien bei Erwachsenen, die bereits mindestens eine Vorbehandlung erhalten haben.

Aufgrund der individuellen Krankheitsverläufe der Multiplen Sklerose werden verschiedene Therapiestrategien unterschieden. Dazu gehören die Eskalation von einer Basistherapie auf eine hochwirksamere Therapie, die Deeskalation sowie der Wechsel zwischen verschiedenen Präparaten.

Ziel der systematischen Übersicht ist die vergleichende Nutzenbewertung von Wirkstoffen wie Alemtuzumab, Ofatumumab, Ponesimod und Teriflunomid. Die Bewertung erfolgt dabei ausschließlich anhand patientenrelevanter Endpunkte wie Schubraten und Behinderungsprogression.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung bei hochaktiver RRMS:

Eskalationstherapie vs. Basistherapie

Laut IQWiG liegen für diesen Vergleich nur für Alemtuzumab aussagekräftige Daten vor. Es wird eine Überlegenheit der Eskalation auf Alemtuzumab gegenüber dem Wechsel auf die Basistherapie Interferon-beta 1a festgestellt.

Dies gilt spezifisch für Personen, die zu Studienbeginn von einer anderen Basistherapie auf Interferon-beta 1a wechselten. Für andere Eskalationstherapeutika sind laut Bericht keine Aussagen möglich.

Vergleich verschiedener Eskalationstherapien

Der Bericht vergleicht verschiedene Wirkstoffe direkt miteinander. Für Dimethylfumarat, Ocrelizumab und Natalizumab lagen keine verwertbaren Daten oder Studien vor.

Aussagekräftige direkte Vergleiche konnten laut Auswertung nur für Ofatumumab und Ponesimod (jeweils im Vergleich zu Teriflunomid) gezogen werden:

Wirkstoff-VergleichJährliche SchubrateBehinderungsprogressionAbbruch wegen NebenwirkungenGesamtnutzen laut IQWiG
Ofatumumab vs. TeriflunomidVorteil OfatumumabVorteil OfatumumabVorteil OfatumumabHinweis auf höheren Nutzen
Ponesimod vs. TeriflunomidVorteil PonesimodKeine DatenNachteil PonesimodAnhaltspunkt für höheren Nutzen

Für Ofatumumab zeigt sich ein Hinweis auf einen höheren Nutzen gegenüber Teriflunomid. Dies begründet sich durch Vorteile bei den bestätigten Krankheitsschüben, der Behinderungsprogression und selteneren Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse.

Für Ponesimod ergibt sich in der Gesamtschau ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen gegenüber Teriflunomid. Einem Vorteil bei der jährlichen Schubrate steht hierbei ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse gegenüber.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass ein direkter Vergleich der verschiedenen Eskalationstherapien aufgrund fehlender Daten oft nicht möglich ist. Es wird darauf hingewiesen, dass für häufig eingesetzte Wirkstoffe wie Ocrelizumab oder Dimethylfumarat keine Daten für diese spezifische Nutzenbewertung übermittelt wurden. Die Überlegenheit einzelner Wirkstoffe lässt sich daher nur für spezifische Direktvergleiche wie Ofatumumab oder Ponesimod gegenüber Teriflunomid evidenzbasiert ableiten.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht untersuchte Alemtuzumab, Cladribin, Dimethylfumarat, Fingolimod, Natalizumab, Ocrelizumab, Ofatumumab, Ozanimod, Ponesimod und Teriflunomid. Für einige dieser Wirkstoffe lagen jedoch keine auswertbaren Studiendaten vor.

Laut IQWiG gibt es einen Hinweis auf einen höheren Nutzen von Ofatumumab gegenüber Teriflunomid. Dies zeigt sich durch eine geringere Schubrate, eine verzögerte Behinderungsprogression und weniger Therapieabbrüche.

Der Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen von Ponesimod, primär getrieben durch eine Reduktion der jährlichen Schubrate. Allerdings wird auch ein potenziell höheres Risiko für Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse beschrieben.

Ja, die Auswertung zeigt eine Überlegenheit der Eskalation auf Alemtuzumab gegenüber einem Wechsel auf Interferon-beta 1a. Dies gilt für Betroffene, die zuvor bereits eine andere Basistherapie erhalten haben.

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Quelle: IQWiG A20-60: Alemtuzumab, Cladribin, Dimethylfumarat, Fingolimod, Natalizumab, Ocrelizumab und Teriflunomid zur Behandlung Erwachsener mit hochaktiver schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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