IQWiG2024Kardiologie

Herzinsuffizienz bei Kindern: IQWiG-Bewertung zu Enalapril

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A24-25 untersucht den therapeutischen Nutzen von Enalapril (Aqumeldi) bei Kindern und Jugendlichen. Das zugelassene Anwendungsgebiet umfasst die Behandlung der Herzinsuffizienz ab der Geburt bis zum Alter von unter 18 Jahren.

Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V wird das Medikament mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie verglichen. Für Kinder ab einem Jahr ist dies Sacubitril/Valsartan oder Captopril, für Säuglinge unter einem Jahr Captopril.

Da in der Pädiatrie häufig valide Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) fehlen, stellt die Bewertung von neuen Darreichungsformen wie Schmelztabletten eine besondere Herausforderung dar. Die vorliegende Bewertung stützt sich auf die vom pharmazeutischen Unternehmer eingereichten Dossierunterlagen.

Empfehlungen

Die Bewertung des Instituts kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut Dossierbewertung ist ein Zusatznutzen von Enalapril gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Dies gilt sowohl für Säuglinge unter einem Jahr als auch für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.

Der pharmazeutische Unternehmer legte zur Begründung lediglich einarmige Studien (WP08, WP09, WP10) vor. Diese ermöglichen gemäß der Bewertung keinen validen Vergleich mit der Standardtherapie und sind daher für die Ableitung eines Zusatznutzens nicht geeignet.

Methodische Kritik am Studienpool

Die Bewertung kritisiert den Ausschluss der relevanten PANORAMA-HF-Studie durch den Hersteller. Diese randomisierte kontrollierte Studie vergleicht Enalapril direkt mit Sacubitril/Valsartan bei Kindern ab einem Monat.

Obwohl in der Studie Abweichungen zur zulassungskonformen Dosierung bestanden, wird sie vom Institut als hinreichende Annäherung eingestuft. Sie wäre für die Nutzenbewertung bei Kindern ab einem Jahr grundsätzlich geeignet gewesen.

Dosierung

Die Fachinformation formuliert folgende Dosierungsempfehlungen für Enalapril (Schmelztabletten) bei pädiatrischer Herzinsuffizienz:

TherapiephaseDosierungMaximaldosisHinweise
Anfangs-/Testdosis0,01 bis 0,04 mg/kg2 mg (Einzeldosis)Blutdruck und Nierenfunktion vorab prüfen
Ziel-/Erhaltungsdosis0,15 bis 0,3 mg/kg/Tag20 mg/TagAufgeteilt in 1 oder 2 Dosen, 8 Stunden nach Testdosis
Niereninsuffizienz (GFR 30 bis <50)50 % der Einzeldosis-Gabe im Abstand von 12 Stunden
Dialyse25 % der Einzeldosis-Gabe im Abstand von 12 Stunden

Es wird eine engmaschige Überwachung des Blutdrucks für 1 bis 2 Stunden nach der Anfangsdosis empfohlen. Bei Säuglingen unter 30 Tagen und instabilen Verläufen sollte laut Fachinformation am unteren Ende des Dosisbereichs begonnen werden.

Kontraindikationen

Die Dokumentation nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für die Anwendung:

  • Niereninsuffizienz: Kontraindiziert bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) < 30 ml/min/1,73 m².

  • Blutdruck: Keine Anwendung, wenn der systolische Blutdruck vor der Testdosis unter der 5. Perzentile liegt.

  • Hyperkaliämie: Bei einem Kaliumspiegel ≥ 5,5 mmol/l ist die Behandlung zu unterbrechen.

  • Leberfunktion: Die Behandlung von Säuglingen unter einem Monat mit Leberfunktionsstörung wird nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Hinweis der Fachinformation betrifft das Vorgehen bei der initialen Testdosis. Es wird betont, dass die Therapie sofort abgebrochen werden muss, falls der systolische Blutdruck nach der ersten Gabe unter die 5. Perzentile fällt. Zudem wird vor einer Dosiserhöhung gewarnt, wenn das Serumkreatinin mehr als das 1,5-Fache des Ausgangswerts beträgt.

Häufig gestellte Fragen

Laut der IQWiG-Dossierbewertung ist ein Zusatznutzen von Enalapril gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie aktuell nicht belegt. Es lagen keine geeigneten vergleichenden Studiendaten des Herstellers vor.

Die Fachinformation empfiehlt eine initiale Testdosis von 0,01 bis 0,04 mg/kg Körpergewicht. Nach 8 Stunden kann bei guter Verträglichkeit auf eine Erhaltungsdosis von 0,15 bis 0,3 mg/kg pro Tag übergegangen werden.

Bei einer GFR unter 30 ml/min/1,73 m² ist das Medikament laut Fachinformation kontraindiziert. Bei einer GFR zwischen 30 und 50 wird eine Reduktion auf 50 % der Einzeldosis mit einem Dosierungsintervall von 12 Stunden empfohlen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss definiert für Kinder ab einem Jahr Sacubitril/Valsartan oder Captopril als zweckmäßige Vergleichstherapie. Für Säuglinge unter einem Jahr wird Captopril als Standard herangezogen.

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Quelle: IQWiG A24-25: Enalapril (Herzinsuffizienz, Kinder und Jugendliche) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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