IQWiG2025Onkologie

Pembrolizumab bei Endometriumkarzinom: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A24-111 untersucht den Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinienbehandlung des primär fortgeschrittenen oder rezidivierenden Endometriumkarzinoms bei Erwachsenen.

Voraussetzung für die Therapie ist, dass die betroffenen Frauen für eine systemische Behandlung geeignet sind. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterteilt die Zielpopulation dabei anhand des Mismatch-Reparatur-Status.

Es wird unterschieden zwischen Tumoren mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) oder hochfrequenter Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) und solchen mit Mismatch-Reparatur-Profizienz (pMMR). Für beide Gruppen legte der G-BA spezifische zweckmäßige Vergleichstherapien fest.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG fokussiert sich auf den Vergleich der eingereichten Studiendaten mit der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Laut G-BA gelten für die Erstlinienbehandlung folgende Vergleichstherapien:

  • Bei dMMR oder MSI-H: Dostarlimab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel, gefolgt von einer Dostarlimab-Monotherapie.

  • Bei pMMR: Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel, gefolgt von Durvalumab in Kombination mit Olaparib.

Bewertung der Evidenz

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten aus der noch laufenden doppelblinden Studie KEYNOTE 868 ein. In dieser wurde Pembrolizumab plus Chemotherapie mit Placebo plus Chemotherapie verglichen.

Das IQWiG stellt fest, dass im Kontrollarm der Studie keines der vom G-BA geforderten Therapieregime untersucht wurde. Die zweckmäßige Vergleichstherapie wurde somit für keine der beiden Fragestellungen umgesetzt.

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der fehlenden Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie stuft das IQWiG die vorgelegte Studie als nicht geeignet ein. Daraus ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

  • Für Patientinnen mit dMMR oder MSI-H ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

  • Für Patientinnen mit pMMR ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Die endgültige Beschlussfassung über den Zusatznutzen obliegt dem G-BA.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Pembrolizumab bei Erwachsenen vor:

MedikamentDosisApplikationswegIntervall
Pembrolizumab200 mgintravenös (über 30 Minuten)alle 3 Wochen
Pembrolizumab400 mgintravenös (über 30 Minuten)alle 6 Wochen

Die Behandlung wird bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität fortgeführt. Bei der Kombinationstherapie sind die Fachinformationen der begleitenden Therapeutika zu berücksichtigen.

Kontraindikationen

Laut Dokumentation erfordert die Anwendung bei bestimmten Personengruppen besondere Vorsicht:

  • Bei Personen ab 75 Jahren zeigte sich in Kombination mit Chemotherapie eine geringere Verträglichkeit.

  • Eine Anwendung in dieser Altersgruppe sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

  • Bei schwerer Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion liegen nur begrenzte Daten vor, was eine besondere klinische Überwachung erfordert.

Zudem wird auf das Risiko immunvermittelter Nebenwirkungen hingewiesen, die eine engmaschige Beobachtung und gegebenenfalls Therapieanpassungen notwendig machen.

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💡Praxis-Tipp

Ein atypisches Ansprechen mit anfänglichem Tumorwachstum und anschließender Regression ist unter Pembrolizumab möglich. Es wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen bei einem initialen Befund eines Fortschreitens bis zur radiologischen Bestätigung weiterzubehandeln. Zudem sollte eine systemische Kortikosteroidgabe vor Therapiebeginn vermieden werden, um die Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG bemängelt, dass in der vorgelegten Zulassungsstudie KEYNOTE 868 die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt wurde. Daher werden die Studiendaten als ungeeignet für die Nutzenbewertung eingestuft.

Für Patientinnen mit Mismatch-Reparatur-Profizienz (pMMR) fordert der G-BA Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel. Daran soll sich eine Erhaltungstherapie mit Durvalumab und Olaparib anschließen.

Die empfohlene Dosis beträgt laut Fachinformation entweder 200 mg alle drei Wochen oder 400 mg alle sechs Wochen. Die Verabreichung erfolgt als intravenöse Infusion über 30 Minuten.

Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden vor Therapiebeginn sollte laut Dokumentation vermieden werden, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen kann. Nach Therapiebeginn können sie jedoch zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen oder als antiemetische Prophylaxe eingesetzt werden.

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Quelle: IQWiG A24-111: Pembrolizumab (Endometriumkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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