Dünndarmkarzinom: Pembrolizumab-Nutzen bei MSI-H/dMMR
Hintergrund
Der aktuelle Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab. Das Medikament wird zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasierendem Dünndarmkarzinom eingesetzt.
Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen einer hochfrequenten Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder einer Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR). Zudem muss die Erkrankung während oder nach mindestens einer vorherigen Therapie fortgeschritten sein.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt. Diese umfasst Optionen wie FOLFIRI, Irinotecan, nab-Paclitaxel, Nivolumab mit oder ohne Ipilimumab sowie Best Supportive Care (BSC).
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation kann unter Pembrolizumab ein atypisches Ansprechen mit initialem Tumorwachstum auftreten. Es wird empfohlen, die Therapie bei klinisch stabilen Behandelten zunächst fortzusetzen, bis ein tatsächlicher Progress zweifelsfrei bestätigt ist. Zudem sollte auf den präventiven Einsatz von systemischen Kortikosteroiden vor Therapiebeginn verzichtet werden, um die Wirksamkeit nicht zu gefährden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die vorgelegten Daten aus einarmigen und retrospektiven Studien wurden als methodisch unzureichend eingestuft.
Die Zulassung erfordert den Nachweis einer hochfrequenten Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder einer Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR). Dieser Status muss durch einen validierten Test vor Therapiebeginn bestätigt sein.
Der G-BA definiert eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe als Vergleich. Dazu gehören Optionen wie FOLFIRI, Irinotecan, nab-Paclitaxel, Nivolumab oder Best Supportive Care.
Die empfohlene Dosis beträgt entweder 200 mg alle drei Wochen oder 400 mg alle sechs Wochen. Die Verabreichung erfolgt als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A22-78: Pembrolizumab (Dünndarmkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A22-75: Pembrolizumab (Kolorektalkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-79: Pembrolizumab (Gallenkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A25-80: Nivolumab (Kolorektalkarzinom mit dMMR oder MSI-H, Erstlinie, Kombination mit Ipilimumab)– Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-99: Nivolumab (Kolorektalkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-77: Pembrolizumab (Magenkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-36: Pembrolizumab (Kolorektalkarzinom)- Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-76: Pembrolizumab (Endometriumkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A24-111: Pembrolizumab (Endometriumkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen