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Pembrolizumab bei Kolorektalkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A22-75 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab als Monotherapie bei erwachsenen Personen mit Kolorektalkarzinom. Das Anwendungsgebiet umfasst nicht resezierbare oder metastasierende Tumoren mit hochfrequenter Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR).

Voraussetzung für die Behandlung in dieser Indikation ist eine vorherige Fluoropyrimidin-basierte Kombinationstherapie. Die Bewertung vergleicht den Wirkstoff mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Die zweckmäßige Vergleichstherapie besteht aus einer patientenindividuellen Therapie. Diese richtet sich nach der Art und Anzahl der Vortherapien, dem RAS- und BRAF-Mutationsstatus, der Lokalisation des Primärtumors sowie dem Allgemeinzustand.

Empfehlungen

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Laut Bericht umfasst die vom G-BA festgelegte Vergleichstherapie unter anderem folgende Optionen:

  • FOLFIRI in Kombination mit Bevacizumab, Aflibercept, Ramucirumab, Cetuximab oder Panitumumab

  • FOLFOX mit oder ohne Bevacizumab

  • CAPOX mit oder ohne Bevacizumab

  • Trifluridin/Tipiracil als weitere Option bei entsprechender Vorbehandlung

Methodische Mängel der Herstellerdaten

Die Bewertung stellt fest, dass die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Daten für einen Nutzennachweis nicht geeignet sind. Es wurden lediglich Vergleiche einzelner Studienarme (unter anderem aus der Studie KEYNOTE-164) ohne Brückenkomparator herangezogen.

Zudem wird kritisiert, dass die Informationsbeschaffung unvollständig war. Für die Vergleichsseite wurden teilweise Studien ohne Berücksichtigung des zulassungsrelevanten MSI-H/dMMR-Status eingeschlossen.

Ergebnis der Nutzenbewertung

Aufgrund der fehlenden verwertbaren Daten ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Die Bewertung kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie in dieser Indikation nicht belegt ist.

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💡Praxis-Tipp

Laut der Bewertung ist bei der Interpretation von Herstellerdaten zu Pembrolizumab in dieser Indikation Vorsicht geboten, da die vorgelegten Vergleiche einzelner Studienarme methodische Schwächen aufweisen. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Zusatznutzen gegenüber der etablierten patientenindividuellen Vergleichstherapie wissenschaftlich nicht belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasierendem Kolorektalkarzinom. Voraussetzung ist das Vorliegen einer MSI-H oder dMMR sowie eine vorherige Fluoropyrimidin-basierte Kombinationstherapie.

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Pembrolizumab in diesem Anwendungsgebiet nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte keine geeigneten Daten für einen direkten oder adjustierten indirekten Vergleich vor.

Es wird eine patientenindividuelle Therapie empfohlen, die sich nach Vortherapien, Mutationsstatus und Allgemeinzustand richtet. Mögliche Optionen sind unter anderem FOLFIRI, FOLFOX oder CAPOX, jeweils gegebenenfalls in Kombination mit zielgerichteten Substanzen.

Die vorgelegten Vergleiche einzelner Studienarme weisen eine inhärente Unsicherheit auf und stellen keine adäquate Methode dar. Zudem wurde bei der Vergleichsgruppe der prognostisch wichtige MSI-H/dMMR-Status teilweise nicht berücksichtigt.

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Quelle: IQWiG A22-75: Pembrolizumab (Kolorektalkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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