IQWiG2021Onkologie

Pembrolizumab bei Urothelkarzinom: IQWiG-Bericht

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG (A21-34) bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab als Monotherapie in der Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms.

Die Zielgruppe umfasst erwachsene Personen, für die eine cisplatinbasierte Therapie ungeeignet ist. Zudem müssen die Tumoren den Programmed Cell Death-Ligand 1 (PD-L1) mit einem kombinierten positiven Score (CPS) von mindestens 10 exprimieren.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes festgelegt. In der zugrundeliegenden randomisierten kontrollierten Studie KEYNOTE-361 wurde hierfür die Kombination aus Carboplatin und Gemcitabin herangezogen.

Empfehlungen

Der Bericht leitet folgende Ergebnisse aus der KEYNOTE-361-Studie ab:

Gesamtüberleben und Morbidität

Laut Bewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Pembrolizumab und der Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist hierfür nicht belegt.

Bei den meisten Morbiditätsendpunkten ergeben sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Für spezifische Subgruppen werden folgende Anhaltspunkte beschrieben:

  • Geringer Zusatznutzen bei Atemnot für Personen ab 65 Jahren

  • Geringer Zusatznutzen bei Diarrhö für Frauen

  • Geringer negativer Effekt bei Appetitverlust über alle Gruppen hinweg

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt ein gemischtes Bild mit einem signifikanten Vorteil für Pembrolizumab bei schweren Ereignissen:

  • Geringerer Schaden bei schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) insgesamt

  • Geringerer Schaden bei Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sowie des Blutes und Lymphsystems

  • Höherer Schaden bei Stoffwechsel-, Ernährungs- und Gefäßerkrankungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau überwiegen laut Bericht die positiven Effekte. Diese werden maßgeblich durch den geringeren Schaden bei den schweren Nebenwirkungen getragen.

Zusammenfassend leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ab.

Dosierung

Die der Bewertung zugrundeliegende Studie KEYNOTE-361 verwendete folgendes Dosierungsschema:

TherapiearmMedikamentDosierung
InterventionPembrolizumab200 mg i.v. alle 3 Wochen (max. 24 Monate)
KontrolleCarboplatin + GemcitabinCarboplatin AUC 5 i.v. (Tag 1) + Gemcitabin 1000 mg/m2 i.v. (Tag 1 und 8), alle 3 Wochen

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll waren bestimmte Vorbehandlungen für eine Teilnahme an der Studie ausgeschlossen. Dazu zählten unter anderem:

  • Vorherige Gabe von Anti-PD-1-, Anti-PD-L1- oder Anti-PD-L2-Wirkstoffen

  • Systemische Therapien gegen eine aktive Autoimmunerkrankung in den letzten 2 Jahren

  • Allogene Stammzell- oder Knochenmarktransplantationen

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass der beträchtliche Zusatznutzen von Pembrolizumab in dieser Indikation maßgeblich durch das günstigere Nebenwirkungsprofil bei schweren unerwünschten Ereignissen getragen wird. Beim Gesamtüberleben zeigt sich hingegen kein signifikanter Vorteil gegenüber der Chemotherapie. Es wird zudem hervorgehoben, dass bei bestimmten Nebenwirkungen wie Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen ein höheres Risiko unter Pembrolizumab besteht.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf die Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Urothelkarzinom. Voraussetzung ist, dass eine cisplatinbasierte Therapie ungeeignet ist und der Tumor einen PD-L1 CPS von mindestens 10 aufweist.

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich beim Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied im Vergleich zur Chemotherapie mit Carboplatin und Gemcitabin. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt nicht belegt.

Der Hauptvorteil liegt in einem geringeren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3). Daraus leitet das IQWiG insgesamt einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen ab.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente eine Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes. In der zugrundeliegenden KEYNOTE-361-Studie wurde hierfür die Kombination aus Carboplatin und Gemcitabin eingesetzt.

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Quelle: IQWiG A21-34: Pembrolizumab (Urothelkarzinom Erstlinientherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGV V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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