Pembrolizumab bei Melanom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A19-29 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst die adjuvante Behandlung von Erwachsenen mit einem Melanom im Tumorstadium III mit Lymphknotenbeteiligung nach vollständiger Resektion.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie KEYNOTE-054.
Bestimmte Personengruppen, wie solche mit In-Transit- oder Satellitenmetastasen sowie einem ECOG-Performance-Status über 1, waren von der Studie ausgeschlossen. Für diese Gruppen liegen laut Bericht keine Daten vor, obwohl sie von der Zulassung umfasst sind.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse hinsichtlich des Zusatznutzens und der Schadenspotenziale:
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Laut Bewertung ergibt sich in der Gesamtschau ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber dem beobachtenden Abwarten. Dieser resultiert aus einer Abwägung von positiven Effekten bei der Rezidivvermeidung und negativen Effekten durch Nebenwirkungen.
Positive Effekte (Wirksamkeit)
Für den Endpunkt Rezidive (rezidivfreies Überleben) zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil:
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Es wird ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen abgeleitet.
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Der Hochrisikozeitraum für das Auftreten eines Rezidivs (3 Jahre nach Primärdiagnose) war zum Zeitpunkt des Datenschnitts jedoch noch nicht vollständig abgedeckt.
Negative Effekte (Nebenwirkungen)
Dem Nutzen stehen laut Bewertung mehrere negative Effekte gegenüber, die zu einer Herabstufung des Ausmaßes des Zusatznutzens führen:
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Für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und schwere Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigen sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden mit bis zu erheblichem Ausmaß.
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Es gibt Anhaltspunkte für vermehrt auftretende immunvermittelte Nebenwirkungen.
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Bei Personen mit einem positiven PD-L1-Expressionsstatus zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch immunvermittelte Ereignisse.
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Zu den häufigeren schweren Nebenwirkungen zählen unter anderem Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sowie der Atemwege.
Dosierung
Der Bericht zitiert folgendes Dosierungsschema aus der zugrundeliegenden Studie:
| Medikament | Dosierung | Applikationsweg | Behandlungsdauer |
|---|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg alle 3 Wochen | i.v. Infusion | 1 Jahr (oder 18 Dosen) |
Es wird angemerkt, dass Therapieunterbrechungen bis hin zum Therapieabbruch aufgrund von unerwünschten Ereignissen in der Studie erlaubt waren.
Kontraindikationen
Laut Bewertung wurden folgende Gruppen von der zentralen Studie ausgeschlossen, weshalb für sie keine Daten vorliegen:
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Personen mit In-Transit- oder Satellitenmetastasen
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Personen im Stadium IIIA (nach AJCC 7-Klassifikation) mit Lymphknotenmetastasen ≤ 1 mm
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Personen mit einem Allgemeinzustand entsprechend ECOG-PS > 1
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Personen mit vorheriger Antikörpertherapie gegen CTLA4, PD-1, PD-L1 oder PD-L2
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass der erhebliche Vorteil im rezidivfreien Überleben mit einem relevanten Risiko für schwere und immunvermittelte Nebenwirkungen einhergeht. Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere bei einem positiven PD-L1-Expressionsstatus ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch immunvermittelte unerwünschte Ereignisse besteht. Daher wird ein engmaschiges Monitoring auf immunvermittelte Toxizitäten während der adjuvanten Therapie beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber dem beobachtenden Abwarten. Dieser ergibt sich aus einem erheblichen Vorteil beim rezidivfreien Überleben, der jedoch durch vermehrte Nebenwirkungen leicht herabgestuft wird.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das beobachtende Abwarten als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. In der Zulassungsstudie wurde dies durch regelmäßige, engmaschige Nachsorgeuntersuchungen abgebildet.
Laut Bewertung gibt es Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3). Dazu gehören insbesondere immunvermittelte Nebenwirkungen, gastrointestinale Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege.
Die Fachinformation und das Studienprotokoll sehen eine maximale Behandlungsdauer von einem Jahr vor. In der Studie entsprach dies der Gabe von bis zu 18 Dosen im Abstand von jeweils drei Wochen.
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Quelle: IQWiG A19-29: Pembrolizumab (Melanom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.