Cabozantinib bei Schilddrüsenkarzinom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht fasst die IQWiG-Nutzenbewertung (2022) zu Cabozantinib zusammen. Der Wirkstoff wird als Monotherapie bei Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkarzinom (DTC) eingesetzt.
Die Indikation umfasst Patientinnen und Patienten, die refraktär gegenüber Radiojod (RAI) sind oder dafür nicht infrage kommen. Zudem muss während oder nach einer vorherigen systemischen Therapie eine Progression der Erkrankung aufgetreten sein.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie definierte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine patientenindividuelle Therapie. Diese umfasst die Auswahl aus Sorafenib, Lenvatinib und Best Supportive Care (BSC) unter Berücksichtigung der Vortherapie und des Allgemeinzustandes.
Empfehlungen
Bewertung des Zusatznutzens
Laut IQWiG-Bericht hat der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Daten für den direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt. Es wurde keine relevante randomisierte kontrollierte Studie (RCT) identifiziert, die Cabozantinib mit Sorafenib, Lenvatinib oder BSC vergleicht.
Daraus resultiert folgende Bewertung des Instituts:
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Ein Zusatznutzen von Cabozantinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist nicht belegt.
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Die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Zusatznutzens können mangels Daten nicht quantifiziert werden.
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Der finale Beschluss über den Zusatznutzen obliegt dem G-BA.
Anwendung und Überwachung
Der Bericht zitiert die Fachinformation bezüglich der qualitätsgesicherten Anwendung. Die Behandlung sollte durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Anwendung von Krebsmedikamenten erfahren ist.
Es werden folgende Überwachungsmaßnahmen genannt:
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Eine engmaschige Überwachung in den ersten 8 Behandlungswochen wird empfohlen, da die meisten unerwünschten Ereignisse früh auftreten.
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Bei Kombination mit Warfarin wird eine Kontrolle der INR-Werte empfohlen, da Cabozantinib eine hohe Plasmaproteinbindung aufweist und eine Verdrängung möglich ist.
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Die Therapie soll so lange fortgesetzt werden, bis kein klinischer Profit mehr besteht oder eine inakzeptable Toxizität auftritt.
Dosierung
Die empfohlene Standarddosierung sowie das Schema zur Dosisreduktion stellen sich laut Bericht wie folgt dar:
| Wirkstoff | Indikation | Empfohlene Dosis | Dosisreduktion (bei Toxizität) |
|---|---|---|---|
| Cabozantinib | Radiojod-refraktäres DTC | 60 mg einmal täglich | Stufe 1: 40 mg täglich |
| Stufe 2: 20 mg täglich |
Die Tabletten sollen im Ganzen geschluckt und nicht zerdrückt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme strikt nüchtern erfolgen muss. Es wird empfohlen, mindestens 2 Stunden vor und bis 1 Stunde nach der Einnahme keine Nahrung aufzunehmen.
Dosisunterbrechungen werden bei Toxizitäten ab Grad 3 (nach CTCAE) oder bei nicht tolerierbaren Toxizitäten vom Grad 2 empfohlen.
Kontraindikationen
Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Warnhinweise und Einschränkungen auf:
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Organfunktionen: Keine Empfehlung bei schwer eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion. Bei eingeschränkter Herzfunktion liegen nur begrenzte Daten vor.
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Alter: Keine Empfehlung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind.
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Schwangerschaft und Stillzeit: Darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer bei zwingender klinischer Notwendigkeit. Während der Therapie und 4 Monate danach muss effektiv verhütet werden. Stillen ist in diesem Zeitraum untersagt.
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Interaktionen: Vorsicht ist geboten bei starken CYP3A4-Inhibitoren. Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren über einen längeren Zeitraum sollte vermieden werden.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass die Einnahme von Cabozantinib strikt nüchtern erfolgen muss, was im klinischen Alltag leicht übersehen wird. Es wird betont, dass Patientinnen und Patienten explizit angewiesen werden müssen, mindestens zwei Stunden vor und eine Stunde nach der Tabletteneinnahme keine Nahrung aufzunehmen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Bericht beträgt die empfohlene Dosis 60 mg einmal täglich. Bei auftretenden Toxizitäten wird eine stufenweise Dosisreduktion auf zunächst 40 mg und anschließend 20 mg täglich empfohlen.
Das IQWiG stuft den Zusatznutzen als "nicht belegt" ein. Der pharmazeutische Unternehmer hat keine Daten vorgelegt, die Cabozantinib direkt mit der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie vergleichen.
Der G-BA definierte eine patientenindividuelle Therapie als Vergleich. Diese besteht aus der Auswahl von Sorafenib, Lenvatinib oder Best Supportive Care (BSC), abhängig von Vortherapie und Allgemeinzustand.
Der Bericht weist darauf hin, dass Cabozantinib bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion nicht empfohlen wird. Für diese Patientengruppe sind die Sicherheit und Wirksamkeit bisher nicht erwiesen.
Ja, aufgrund der hohen Plasmaproteinbindung von Cabozantinib ist eine Wechselwirkung durch Verdrängung möglich. Es wird empfohlen, bei dieser Kombination die INR-Werte engmaschig zu kontrollieren.
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Quelle: IQWiG A22-59: Cabozantinib (Schilddrüsenkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.