IQWiG2015Onkologie

Lenvatinib bei Schilddrüsenkarzinom: IQWiG Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet Lenvatinib (Lenvima) gemäß § 35a SGB V. Es handelt sich um ein Orphan Drug zur Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms.

Aufgrund des Orphan-Drug-Status gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt. Das IQWiG wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ausschließlich mit der Bewertung der Patientenzahlen und der Therapiekosten beauftragt.

Das Ausmaß des Zusatznutzens wird in einem separaten Schritt durch den G-BA festgelegt. Solange der Umsatz mit der gesetzlichen Krankenversicherung unter 50 Millionen Euro liegt, entfällt der Nachweis gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die zentralen Aspekte der Zielpopulation und der Versorgung zusammen:

Indikation

Laut Bericht ist Lenvatinib für erwachsene Personen mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkarzinom indiziert. Dies umfasst papilläre, follikuläre und Hürthle-Zell-Karzinome, die nicht auf eine Radiojodtherapie angesprochen haben.

Patientenzahlen

Das IQWiG korrigiert die Schätzung des pharmazeutischen Unternehmers deutlich nach oben. Da nicht nur inzidente, sondern auch prävalente Fälle berücksichtigt werden müssen, wird die Zielpopulation auf 598 bis 813 GKV-Versicherte geschätzt.

Therapiekosten

Die Jahrestherapiekosten für die gesetzliche Krankenversicherung werden als plausibel eingestuft. Sie belaufen sich auf rund 92.864 Euro pro Person im ersten Behandlungsjahr.

Monitoring und Zusatzleistungen

Der Bericht listet zusätzlich notwendige GKV-Leistungen auf, die während der Therapie regelmäßig anfallen:

  • Kontrolle des Blutdrucks

  • Untersuchung des Urins auf Proteine

  • Durchführung von EKG-Untersuchungen

  • Bestimmung der Leberfunktionswerte und des TSH

  • Kontrolle der Elektrolyte (Magnesium, Kalium, Kalzium)

Dosierung

Der Bericht bewertet die Therapiekosten basierend auf den Vorgaben der Fachinformation:

MedikamentEinnahmefrequenzBehandlungsdauerJahrestherapiekosten (1. Jahr)
LenvatinibEinmal täglichKontinuierlichca. 92.864 €

Kontraindikationen

Der Bericht nennt folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Lenvatinib:

  • Bestehende Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil

  • Anwendung während der Stillzeit

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💡Praxis-Tipp

Bei der Therapieplanung wird auf die Notwendigkeit eines engmaschigen Monitorings hingewiesen. Es wird betont, dass neben kardiologischen Parametern wie Blutdruck und EKG auch Laborwerte wie Leberfunktion, TSH und spezifische Elektrolyte regelmäßig kontrolliert werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist das Medikament für Erwachsene mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkarzinom indiziert. Voraussetzung ist, dass der Tumor nicht auf eine Radiojodtherapie angesprochen hat.

Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen gesetzlich bereits durch die Zulassung als belegt. Der Bericht fokussiert sich daher ausschließlich auf Patientenzahlen und Therapiekosten.

Die Jahrestherapiekosten werden im Bericht auf etwa 92.864 Euro im ersten Jahr beziffert. In den Folgejahren fallen die Kosten geringfügig niedriger aus, da zu Therapiebeginn häufigere Kontrolluntersuchungen anfallen.

Es wird ein regelmäßiges Monitoring von Blutdruck, EKG und Urinproteinen beschrieben. Zudem müssen Leberwerte, TSH sowie die Elektrolyte Magnesium, Kalium und Kalzium überwacht werden.

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Quelle: IQWiG G15-06: Lenvatinib - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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