Pembrolizumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A16-55 aus dem Jahr 2016 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).
Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Tumore Programmed Death-Ligand 1 (PD-L1) exprimieren und die Patienten zuvor eine platinhaltige Chemotherapie erhalten haben. Liegen EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen vor, muss zuvor eine dafür zugelassene zielgerichtete Therapie erfolgt sein.
Die Bewertung unterscheidet zwei Fragestellungen basierend auf der Eignung der Patienten für bestimmte Vergleichstherapien. Als zweckmäßige Vergleichstherapien wurden Docetaxel, Pemetrexed, Nivolumab oder Best Supportive Care (BSC) definiert.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:
Fragestellung 1: Vergleich mit Docetaxel
Für Patienten, für die eine Therapie mit Docetaxel, Pemetrexed oder Nivolumab angezeigt ist, stützt sich die Bewertung auf die Studie KEYNOTE 010. Hierbei wurde Pembrolizumab direkt mit Docetaxel verglichen.
Die Auswertung stellt folgende positive Effekte für Pembrolizumab fest:
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Gesamtüberleben: Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Pembrolizumab, was einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen ergibt.
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Symptomatik: Für Alopezie, Mundschmerzen und periphere Neuropathie gibt es jeweils einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.
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Unerwünschte Ereignisse (UE): Bei schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüchen wegen UE zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden.
Demgegenüber identifiziert der Bericht auch negative Effekte:
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Immunvermittelte UE: Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Pembrolizumab.
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Daraus resultiert ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden mit dem Ausmaß "beträchtlich".
In der Gesamtschau leitet das IQWiG für diese Patientengruppe einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber Docetaxel ab.
Fragestellung 2: Vergleich mit Best Supportive Care
Für Patienten, für die eine zytotoxische Chemotherapie (Docetaxel, Pemetrexed) oder Nivolumab nicht angezeigt ist, dient Best Supportive Care (BSC) als Vergleichstherapie.
Laut Bericht liegen für diese spezifische Patientengruppe keine verwertbaren Daten vor.
Daher ist ein Zusatznutzen von Pembrolizumab im Vergleich zu BSC für diese Kohorte nicht belegt.
Dosierung
Die Bewertung basiert auf den folgenden Dosierungsschemata der eingeschlossenen Studie KEYNOTE 010:
| Wirkstoff | Dosierung | Applikation | Intervall |
|---|---|---|---|
| Pembrolizumab | 2 mg/kg Körpergewicht | i.v. Infusion (30 min) | alle 3 Wochen |
| Docetaxel | 75 mg/m2 Körperoberfläche | i.v. Infusion (60 min) | alle 3 Wochen |
Kontraindikationen
Gemäß den Einschlusskriterien der bewerteten Studie war eine Vorbehandlung mit T-Zellen-kostimulierenden Medikamenten nicht zulässig. Dies schließt Ipilimumab sowie anti-PD-1-, anti-PD-L1-, anti-PD-L2-, anti-CD137- oder anti-CTLA-4-Antikörper ein.
Als nicht erlaubte Begleitbehandlungen während der Therapie definiert der Bericht gleichzeitige andere antineoplastische Chemotherapien, Immuntherapien oder Strahlentherapien. Ebenso durften keine systemischen Kortikosteroide (außer zur Behandlung von unerwünschten Ereignissen) oder starke CYP3A4-Inhibitoren verabreicht werden.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass dem beträchtlichen Überlebensvorteil von Pembrolizumab ein signifikant höheres Risiko für immunvermittelte unerwünschte Ereignisse gegenübersteht. In der Praxis verdeutlicht dies die Notwendigkeit, bei der Aufklärung und Überwachung ein besonderes Augenmerk auf autoimmunologische Nebenwirkungen zu legen, da diese laut Auswertung ein beträchtliches Schadensausmaß erreichen können.
Häufig gestellte Fragen
Die Bewertung umfasst erwachsene Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem NSCLC, deren Tumore PD-L1 exprimieren. Voraussetzung ist eine vorherige platinhaltige Chemotherapie sowie bei Vorliegen von Mutationen eine vorherige zielgerichtete Therapie.
Der Bericht leitet einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Docetaxel ab. Dies basiert maßgeblich auf einem statistisch signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben.
Für Patienten, für die Docetaxel, Pemetrexed oder Nivolumab nicht angezeigt sind, liegen laut Bewertung keine Daten vor. Ein Zusatznutzen gegenüber Best Supportive Care ist für diese Gruppe daher nicht belegt.
Die Auswertung zeigt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch immunvermittelte unerwünschte Ereignisse. Bei anderen schweren Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen schnitt Pembrolizumab hingegen besser ab als die Chemotherapie.
In der relevanten Studienpopulation wurde Pembrolizumab in einer Dosierung von 2 mg pro kg Körpergewicht verabreicht. Die Gabe erfolgte alle drei Wochen als 30-minütige intravenöse Infusion.
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Quelle: IQWiG A16-55: Pembrolizumab (nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.