IQWiG2022

Burosumab bei XLH: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2022 bewertet den Zusatznutzen von Burosumab. Das Medikament wird zur Behandlung der X-chromosomalen Hypophosphatämie (XLH) bei Erwachsenen ab 18 Jahren eingesetzt.

Die Bewertung erfolgt im Rahmen der frühen Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Phosphatsubstitution in Verbindung mit einer Vitamin-D-Substitution fest.

Die XLH ist eine seltene, genetisch bedingte Multisystemerkrankung. Sie ist durch eine hohe Krankheitslast und ein Fortschreiten der Erkrankung gekennzeichnet, was einen hohen therapeutischen Bedarf begründet.

Empfehlungen

Die Bewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens von Burosumab:

Bewertung der Studiendaten

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung die randomisierte, kontrollierte Studie UX023-CL303 ein. In dieser wurde Burosumab mit Placebo bei Erwachsenen mit XLH verglichen.

Laut Bericht ist diese Studie für die Nutzenbewertung jedoch nicht geeignet. Die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie wurde im Studiendesign nicht sachgerecht umgesetzt.

Fehlende Vergleichstherapie

Die Bewertung kritisiert folgende methodische Mängel der vorgelegten Evidenz:

  • Eine Substitution von Phosphat und aktivem Vitamin D war in der Studie explizit ausgeschlossen.

  • Eine Notfalltherapie (Rescue-Therapie) mit diesen Substanzen war nur bei akuten Ereignissen wie Frakturen vorgesehen.

  • Die Gabe von Phosphat hätte laut Studienprotokoll zum Abbruch der Studienmedikation geführt.

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der ungeeigneten Studiendaten liegen keine verwertbaren Ergebnisse für den direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Daher wird festgestellt, dass ein Zusatznutzen von Burosumab bei Erwachsenen mit XLH nicht belegt ist.

Dosierung

Die im Bericht zitierte Studie UX023-CL303 verwendete folgendes Dosierungsschema für Burosumab, welches den Vorgaben der Fachinformation entspricht:

MedikamentDosierungApplikationMaximaldosis
Burosumab1 mg/kg Körpergewicht alle 4 WochenSubkutan90 mg

Laut Bericht erfolgte eine Dosisreduktion (Halbierung der gewichtsadaptierten Dosis), wenn der Serumphosphatwert 5,0 mg/dl überschritt oder zweimal in Folge über 4,5 mg/dl lag.

Kontraindikationen

In der bewerteten Zulassungsstudie waren bestimmte Patientengruppen von der Behandlung mit Burosumab ausgeschlossen:

  • Personen mit erhöhten Serumkalziumkonzentrationen

  • Personen mit einer Erhöhung der Serumkonzentration des intakten Parathormons (mehr als das 2,5-fache des oberen Referenzwerts)

  • Personen, die in den letzten 14 Tagen vor dem Screening Phosphat oder Vitamin-D-Metaboliten eingenommen hatten

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht rechtfertigt ein fehlendes Ansprechen auf eine Phosphatsubstitution nach einem Jahr nicht automatisch den Abbruch dieser Basistherapie. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Phosphatsubstitution für alle symptomatischen Erwachsenen mit XLH angezeigt bleibt, sofern kein sekundärer Hyperparathyreoidismus vorliegt. Eine Verschlechterung der Symptome unter Therapie gilt laut Bewertung nicht zwingend als Beleg für deren generelle Unwirksamkeit.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Burosumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es lagen keine geeigneten Studiendaten vor, die Burosumab direkt mit einer Phosphat- und Vitamin-D-Substitution vergleichen.

Der G-BA hat als zweckmäßige Vergleichstherapie für Erwachsene mit XLH eine Phosphatsubstitution festgelegt. Diese wird in Verbindung mit einer Vitamin-D-Substitution, wie Calcitriol oder Alfacalcidol, verabreicht.

Die Studie UX023-CL303 verglich Burosumab lediglich mit Placebo und schloss die Gabe von Phosphat und aktivem Vitamin D weitgehend aus. Daher bildet sie laut Bewertung den Einsatz im Versorgungsalltag und die geforderte Vergleichstherapie nicht sachgerecht ab.

Die Bewertung schätzt auf Basis von Routinedaten, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung etwa 404 bis 814 erwachsene Personen mit XLH behandelt werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese Zahl eine Unterschätzung darstellen könnte.

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Quelle: IQWiG A22-12: Burosumab (X-chromosomale Hypophosphatämie, = 18 Jahre) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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