Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor bei CF: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der vorliegende IQWiG-Bericht (A21-71) bewertet den Zusatznutzen der Dreifachkombination Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor in Kombination mit Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose.
Voraussetzung für diese Therapie ist, dass die Betroffenen heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Zudem muss auf dem zweiten Allel eine Gating-Mutation (inklusive der R117H-Mutation) vorliegen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Monotherapie mit Ivacaftor festgelegt. Beide Therapien sollen laut Dokument zusätzlich zu einer bestverfügbaren individualisierten symptomatischen Therapie angewendet werden.
Empfehlungen
Bewertung des Zusatznutzens
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Für die Bewertung reichte der pharmazeutische Unternehmer die randomisierte kontrollierte Studie VX18-445-104 ein.
Diese Studie wird jedoch als ungeeignet eingestuft, da sie lediglich eine Behandlungsdauer von acht Wochen aufweist.
Methodische Anforderungen
Der Bericht formuliert folgende methodische Anforderungen an Studien in diesem Anwendungsgebiet:
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Bei zystischer Fibrose handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die eine lebenslange Behandlung erfordert.
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Für die Gegenüberstellung von Nutzen und Schaden sind Studien mit einer Dauer von mindestens 24 Wochen notwendig.
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Kurzzeitstudien können keine Aussagen über längerfristig anhaltende Effekte oder später auftretende unerwünschte Ereignisse (wie pulmonale Exazerbationen) treffen.
Anwendungsvoraussetzungen
Vor Einleitung der Therapie wird laut Fachinformation eine spezifische Diagnostik gefordert:
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Die Verordnung darf nur durch Ärzte mit Erfahrung in der Behandlung der zystischen Fibrose erfolgen.
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Ist der Genotyp nicht bekannt, muss das Vorliegen von mindestens einer F508del-Mutation durch eine Genotypisierung bestätigt werden.
Dosierung
Die Dosierungsempfehlungen für die Kombinationstherapie bei Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren lauten wie folgt:
| Einnahmezeitpunkt | Medikament | Dosierung |
|---|---|---|
| Morgens | Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor | 2 Tabletten (je 75 mg/50 mg/100 mg) |
| Abends | Ivacaftor | 1 Tablette (150 mg) |
Es wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme im Abstand von etwa 12 Stunden erfolgen soll. Die Tabletten sind unzerkaut und zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit einzunehmen.
Dosisanpassungen
Laut Fachinformation ist bei bestimmten Begleitumständen eine Dosisreduktion erforderlich:
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Bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren.
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Bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) wird die Anwendung nur bei klarem medizinischem Bedarf und unter Vorsicht in niedrigerer Dosis empfohlen.
Kontraindikationen
Das Dokument nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für die Anwendung:
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.
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Personen mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) sollen nicht mit der Kombination behandelt werden.
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Auf Speisen oder Getränke, die Grapefruit enthalten, ist während der Behandlung zu verzichten.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Aspekt bei der Verordnung ist die strikte Einhaltung der Einnahmevorgaben in Bezug auf die Nahrungsaufnahme. Es wird betont, dass die Tabletten zwingend mit einer fetthaltigen Mahlzeit (beispielsweise mit Butter, Öl, Käse oder Nüssen zubereitet) eingenommen werden müssen, um eine adäquate Resorption zu gewährleisten. Zudem wird vor dem gleichzeitigen Verzehr von Grapefruit gewarnt.
Häufig gestellte Fragen
Die Standarddosierung besteht aus zwei Tabletten Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor am Morgen und einer Tablette Ivacaftor (150 mg) am Abend. Der Abstand zwischen den Einnahmen sollte laut Fachinformation etwa 12 Stunden betragen.
Sind weniger als 6 Stunden vergangen, wird die sofortige Einnahme der versäumten Dosis empfohlen. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, soll die versäumte Dosis übersprungen und der reguläre Rhythmus fortgesetzt werden, wobei Morgen- und Abenddosis nie gleichzeitig eingenommen werden dürfen.
Das IQWiG bemängelt die zu kurze Studiendauer der eingereichten Zulassungsstudie von nur acht Wochen. Für die Bewertung von Langzeiteffekten bei der chronischen Erkrankung zystische Fibrose wird eine Studiendauer von mindestens 24 Wochen gefordert.
Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh A) ist keine Dosisanpassung nötig. Bei mäßiger Einschränkung (Child-Pugh B) wird eine Dosisreduktion unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen, während bei starker Einschränkung (Child-Pugh C) von einer Behandlung abgeraten wird.
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Quelle: IQWiG A21-71: Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor (Kombination mit Ivacaftor; zystische Fibrose, Gating-Mutation, heterozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.