Carfilzomib bei Multiplem Myelom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der vorliegende IQWiG-Bericht (Addendum A21-70) bewertet nachgereichte Daten zur Nutzenbewertung von Carfilzomib beim multiplen Myelom. Es geht um erwachsene Erkrankte, die bereits mindestens eine Vortherapie erhalten haben.
Analysiert wird die Dreifachkombination aus Carfilzomib, Daratumumab und Dexamethason im Vergleich zur Zweifachkombination aus Carfilzomib und Dexamethason. Die Datengrundlage bildet die randomisierte, kontrollierte CANDOR-Studie.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das Institut beauftragt, zusätzliche Auswertungen des pharmazeutischen Unternehmers zu prüfen. Diese umfassen Folgetherapien, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse:
Gesundheitszustand und Lebensqualität
Für den Gesundheitszustand (gemessen über die EQ-5D VAS) zeigt sich laut Bewertung zwar ein statistisch signifikanter Vorteil für die Dreifachkombination. Das Ausmaß dieses Effekts wird jedoch als geringfügig eingestuft.
Daraus lässt sich kein Zusatznutzen ableiten.
Die nachgereichten Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EORTC QLQ-C30) werden als nicht verwertbar eingestuft. Es wurden selektiv nur Daten zur Zeit bis zur Verbesserung für eine Skala vorgelegt, während Auswertungen zu Symptomen fehlen.
Unerwünschte Ereignisse und Therapieabbruch
Für den Endpunkt Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse zeigt die Ereigniszeitanalyse keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
Ein Zusatznutzen bezüglich der Nebenwirkungen ist somit nicht belegt.
Studienergebnisse im direkten Vergleich
Der Bericht fasst die Ergebnisse der CANDOR-Studie für ausgewählte Endpunkte wie folgt zusammen:
| Endpunkt | Hazard Ratio (HR) | p-Wert | IQWiG-Bewertung |
|---|---|---|---|
| Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) | 0,71 | 0,016 | Effekt geringfügig, kein Zusatznutzen |
| Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse | 0,93 | 0,702 | Kein signifikanter Unterschied |
Gesamtfazit zum Zusatznutzen
Das Institut kommt zu dem Schluss, dass die nachgereichten Daten die ursprüngliche Dossierbewertung nicht verändern.
Für die Kombination aus Carfilzomib, Daratumumab und Dexamethason gilt im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie:
-
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt
-
Die Entscheidung über den tatsächlichen Zusatznutzen obliegt abschließend dem G-BA
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass statistisch signifikante Unterschiede in Fragebögen zur Lebensqualität (wie der EQ-5D VAS) nicht automatisch einen klinisch relevanten Zusatznutzen bedeuten. Es wird betont, dass das Ausmaß des Effekts bei nicht schwerwiegenden Symptomen ausreichend groß sein muss, um als relevanter Vorteil gewertet zu werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung ist für die Kombination aus Carfilzomib, Daratumumab und Dexamethason kein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie belegt. Die nachgereichten Studiendaten konnten keinen relevanten Vorteil nachweisen.
Der Bericht stellt zwar einen statistisch signifikanten Vorteil beim Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) fest, stuft diesen jedoch als geringfügig ein. Die Daten zum EORTC QLQ-C30-Fragebogen wurden als unvollständig und nicht verwertbar bewertet.
Die Analyse der CANDOR-Studie zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied bei den Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse. Beide Behandlungsarme (mit und ohne Daratumumab) schnitten in diesem Endpunkt ähnlich ab.
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Quelle: IQWiG A21-70: Carfilzomib (Multiples Myelom) - Addendum zum Auftrag A21-08 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.