IQWiG2019Onkologie

Pembrolizumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-31 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel oder nab-Paclitaxel. Die Bewertung bezieht sich auf die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit metastasierendem plattenepithelialem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).

Die Analyse unterteilt sich in zwei Fragestellungen basierend auf der PD-L1-Expression der Tumore. Fragestellung 1 betrachtet eine Expression von unter 50 Prozent, während Fragestellung 2 eine Expression von mindestens 50 Prozent fokussiert.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine carboplatinbasierte Chemotherapie in Kombination mit Paclitaxel oder nab-Paclitaxel festgelegt. Die Bewertung stützt sich maßgeblich auf die Daten der randomisierten, kontrollierten Studie KEYNOTE 407.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Gesamtüberleben und Symptomatik (PD-L1 < 50 %)

Laut Bewertung sind die vorgelegten Daten zum Gesamtüberleben aufgrund widersprüchlicher Angaben zur Zensierung nicht verwertbar. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt folglich nicht belegt.

Bei der Symptomatik zeigt sich laut Bericht folgendes Bild:

  • Für den Endpunkt Dysphagie ergibt sich ein Hinweis auf einen Zusatznutzen.

  • Für weitere Symptome wie Dyspnoe, Schmerzen oder Husten ist kein Zusatznutzen belegt.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität (PD-L1 < 50 %)

Die Auswertung der körperlichen Funktion zeigt einen statistisch signifikanten Vorteil für die Kombinationstherapie. Daraus leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen Zusatznutzen ab.

Für andere funktionelle Bereiche wie die emotionale, kognitive oder soziale Funktion zeigt sich kein signifikanter Unterschied. Ein Zusatznutzen ist hierfür nicht belegt.

Nebenwirkungen (PD-L1 < 50 %)

Die Analyse der unerwünschten Ereignisse (UE) offenbart laut Bericht sowohl Vor- als auch Nachteile:

  • Bei schweren UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) gibt es einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden durch Pembrolizumab.

  • Bei immunvermittelten UEs zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden unter der Kombinationstherapie.

Patientengruppe mit PD-L1 ≥ 50 %

Für diese Gruppe liegen keine direkt vergleichenden Studien vor. Der Bericht beschreibt die Heranziehung eines adjustierten indirekten Vergleichs.

Hierfür werden Daten aus den Studien KEYNOTE 407 und KEYNOTE 042 genutzt. Als Brückenkomparator dient die carboplatinbasierte Chemotherapie.

Dosierung

Die bewertete Studie KEYNOTE 407 nutzte folgendes Dosierungsschema im Interventionsarm:

MedikamentDosierungDauer / Zyklus
Pembrolizumab200 mg (30-minütige Infusion)Alle 3 Wochen (max. 35 Zyklen)
Carboplatin + (nab-)PaclitaxelGemäß StudienprotokollAlle 3 Wochen (für 4 Zyklen)
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass Carboplatin in der Erstlinientherapie des NSCLC in Kombination mit Paclitaxel formal einen Off-Label-Use darstellt. Es wird betont, dass die Verordnungsfähigkeit gemäß Arzneimittel-Richtlinie an bestimmte Kriterien geknüpft ist. Zudem wird hervorgehoben, dass bei immunvermittelten Nebenwirkungen ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden unter Pembrolizumab besteht.

Häufig gestellte Fragen

Laut der bewerteten Studie wird Pembrolizumab in einer Dosis von 200 mg als 30-minütige Infusion verabreicht. Die Gabe erfolgt alle drei Wochen für maximal 35 Zyklen.

Der Bericht sieht Hinweise auf einen Zusatznutzen bei der körperlichen Funktion und der Dysphagie. Beim Gesamtüberleben konnte aufgrund methodischer Mängel der Daten kein Zusatznutzen belegt werden.

Die Bewertung zeigt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei immunvermittelten unerwünschten Ereignissen. Gleichzeitig gibt es jedoch Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine carboplatinbasierte Chemotherapie definiert. Diese erfolgte in Kombination mit entweder Paclitaxel oder nab-Paclitaxel.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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