Pertuzumab/Trastuzumab bei Mammakarzinom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-11 bewertet den Zusatznutzen der subkutanen Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab. Diese wird zur adjuvanten Behandlung von erwachsenen Personen mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko eingesetzt.
Ein hohes Rezidivrisiko wird in der Bewertung als nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung definiert. Die Gabe erfolgt laut Bericht ausschließlich in Kombination mit einer Chemotherapie.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde ein Schema aus Trastuzumab, einem Taxan und gegebenenfalls einem Anthrazyklin festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der randomisierten, kontrollierten APHINITY-Studie.
Empfehlungen
Die Nutzenbewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit:
Gesamtüberleben und Rezidive
Für das Gesamtüberleben zeigt sich laut Bewertung kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt daher nicht belegt.
Bei der Betrachtung von Rezidiven und dem krankheitsfreien Überleben ergibt sich ein anderes Bild. Hier zeigt die Auswertung einen statistisch signifikanten Effekt zum Vorteil der Kombination mit Pertuzumab.
Daraus leitet der Bericht einen Hinweis auf einen Zusatznutzen bezüglich der Rezidivrate ab.
Nebenwirkungen und Lebensqualität
Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse zeigt deutliche Nachteile für die Pertuzumab-Kombination. Es wird ein Hinweis auf einen höheren Schaden unter anderem für folgende schwerwiegende Ereignisse beschrieben:
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Herzinsuffizienz
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Anämie und erniedrigte Leukozytenzahl
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Schwere Diarrhö und Stomatitis
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Ausgeprägte Ermüdung (Fatigue)
Bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen sich gemischte Ergebnisse. Während es Anhaltspunkte für Vorteile bei der emotionalen Funktion gibt, treten Nachteile bei der körperlichen Funktion auf.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Der Bericht differenziert die Gesamtaussage nach dem Alter der behandelten Personen. Für beide Altersgruppen wird der Zusatznutzen letztlich als nicht belegt eingestuft.
Bei Personen unter 65 Jahren wiegen die negativen Effekte durch Nebenwirkungen die positiven Effekte der Rezidivreduktion auf. Bei Personen ab 65 Jahren heben sich positive und negative Effekte gegenseitig auf.
Kontraindikationen
Der Bericht weist auf kardiovaskuläre Risiken bei der Kombinationstherapie hin. Die kardialen Funktionen sind während der Behandlung engmaschig zu überwachen.
Zudem wird betont, dass Trastuzumab nicht zeitgleich in Kombination mit Anthrazyklinen angewendet werden soll. Die Gabe hat stattdessen sequenziell in Kombination mit einem Taxan zu erfolgen.
💡Praxis-Tipp
Die IQWiG-Bewertung hebt hervor, dass unter der adjuvanten Gabe von Pertuzumab/Trastuzumab ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende kardiale Ereignisse wie Herzinsuffizienz sowie für schwere Diarrhöen besteht. Die Auswertung zeigt, dass die Belastung durch diese Nebenwirkungen den Vorteil der Rezidivreduktion in der Gesamtschau aufwiegen kann. Ein engmaschiges kardiales Monitoring wird im Rahmen der Therapie als essenziell beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen der Fixkombination in der adjuvanten Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms nicht belegt. Die festgestellten Nachteile durch Nebenwirkungen wiegen die Vorteile bei der Rezidivreduktion auf.
Die Auswertung der APHINITY-Studie zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied im Gesamtüberleben. Ein Vorteil gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie konnte für diesen Endpunkt nicht nachgewiesen werden.
Die Bewertung dokumentiert einen höheren Schaden unter anderem durch schwerwiegende Herzinsuffizienz, schwere Diarrhö, Anämie und Stomatitis. Diese unerwünschten Ereignisse traten im Interventionsarm signifikant häufiger auf.
In der zugrundeliegenden Studie erfolgte die Anti-HER2-Behandlung mit Pertuzumab und Trastuzumab über einen Zeitraum von 52 Wochen. Sie begann zeitgleich mit der taxanhaltigen Chemotherapie.
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Quelle: IQWiG A21-11: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.