Pertuzumab/Trastuzumab bei Mammakarzinom: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-10 bewertet den Zusatznutzen der subkutanen Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die neoadjuvante Behandlung von erwachsenen Personen mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko.
Die Bewertung vergleicht die Fixkombination mit einer zweckmäßigen Vergleichstherapie. Diese besteht aus Trastuzumab, einem Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und gegebenenfalls einem Anthrazyklin.
Laut Bericht wird Trastuzumab dabei nicht in Kombination mit Anthrazyklinen angewendet. Stattdessen erfolgt die Gabe sequenziell in Kombination mit einem Taxan.
Empfehlungen
Bewertung des Zusatznutzens
Der Bericht leitet für die untersuchte Patientengruppe einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der subkutanen Fixkombination ab. Dieser im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie geringere Nutzen basiert auf Daten der Studie NeoSphere.
Als Hauptgrund für diese Einstufung nennt die Bewertung negative Effekte bei den unerwünschten Ereignissen. Es zeigten sich vermehrt Therapieabbrüche aufgrund von schwerwiegenden und schweren Nebenwirkungen.
Unerwünschte Ereignisse
Die Auswertung der Studiendaten zeigt spezifische Risiken auf:
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Vermehrtes Auftreten von Herzerkrankungen
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Höhere Raten an Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse
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Vergleichbares Nebenwirkungsprofil zwischen intravenöser und subkutaner Gabe
Methodische Einschränkungen
Die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den deutschen Versorgungskontext wird als fraglich eingestuft. Dies begründet sich durch mehrere Faktoren in den herangezogenen Studien.
Zu den methodischen Kritikpunkten zählen:
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Die Aufteilung der Therapie in eine neoadjuvante und eine adjuvante Phase, wovon Leitlinien abraten
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Der Einsatz von 5-Fluorouracil, welcher laut Leitlinien die Toxizität erhöht, ohne die Prognose zu verbessern
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Die fehlende Patientenrelevanz des Endpunkts der pathologischen Komplettremission (pCR)
Kontraindikationen
Der Bericht weist auf ein erhöhtes Risiko für kardiale Ereignisse hin. Es wird ein negativer Effekt im Endpunkt Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse beschrieben.
Dies betrifft insbesondere die Endpunktkategorie der schwerwiegenden und schweren Nebenwirkungen, primär Herzerkrankungen.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht wird in nationalen und internationalen Leitlinien von einer Aufteilung der Therapie in eine neoadjuvante und eine adjuvante Phase abgeraten. Zudem wird darauf hingewiesen, dass der zusätzliche Einsatz von 5-Fluorouracil im Rahmen einer anthrazyklinbasierten Chemotherapie die Toxizität erhöht, ohne die Prognose zu verbessern.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dies wird primär mit einer höheren Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen begründet.
Die Bewertung hebt besonders schwerwiegende und schwere Nebenwirkungen hervor. Dabei wurden insbesondere Herzerkrankungen beobachtet, die zu Therapieabbrüchen führten.
Laut Bericht wird die pathologische Komplettremission nicht als patientenrelevanter Endpunkt für die Nutzenbewertung angesehen. Eine Surrogatvalidität für das Gesamtüberleben konnte nicht ausreichend nachgewiesen werden.
Die Bewertung bestätigt, dass die Ergebnisse zu unerwünschten Ereignissen der intravenösen Form auf die subkutane Fixkombination übertragen werden können. Die Nebenwirkungsprofile beider Darreichungsformen sind größtenteils vergleichbar.
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Quelle: IQWiG A21-10: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, neoadjuvant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.