IQWiG2021Onkologie

Pertuzumab/Trastuzumab bei Mammakarzinom: IQWiG-Bewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2021 befasst sich mit der frühen Nutzenbewertung der subkutanen Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab. Diese wird in Kombination mit Docetaxel bei erwachsenen Personen mit HER2-positivem, metastasiertem oder lokal rezidivierendem, inoperablem Mammakarzinom in der Erstlinientherapie eingesetzt.

Ziel der Bewertung ist der Vergleich dieser subkutanen Fixkombination mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Diese besteht aus der freien intravenösen Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel.

Laut Bericht gibt es für diese Erkrankung aktuell keinen kurativen Behandlungsansatz. Es besteht ein großer therapeutischer Bedarf für eine wirksame palliative Therapie zur Verlängerung des Gesamtüberlebens und zur Kontrolle der Tumorerkrankung.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Die vom G-BA festgelegte Vergleichstherapie ist die freie Kombination aus Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel. Der pharmazeutische Unternehmer wich hiervon ab und wählte Trastuzumab in Kombination mit einem Taxan als Vergleich.

Diese Abweichung wird vom IQWiG als nicht sachgerecht eingestuft. Nationale und internationale Leitlinien (wie AWMF, AGO, ESMO) empfehlen vorrangig Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Chemotherapie als bevorzugte Erstlinientherapie.

Bewertung der Evidenz

Die vom Hersteller vorgelegten Daten basieren auf den Studien CLEOPATRA und FeDeriCa. Das IQWiG bewertet diese Evidenz aus folgenden Gründen als nicht geeignet:

  • Die Studie CLEOPATRA untersucht die intravenöse freie Kombination und weicht von der Fragestellung ab.

  • Die Studie FeDeriCa untersucht zwar die subkutane Fixkombination, jedoch bei einer abweichenden Population (frühes Mammakarzinom).

  • Ein potenzieller Unterschied bei patientenrelevanten Endpunkten durch die Darreichungsform (subkutan vs. intravenös) kann nicht ausgeschlossen werden.

Fazit zum Zusatznutzen

Da keine geeigneten Studiendaten für den direkten Vergleich der subkutanen Fixkombination mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorliegen, zieht der Bericht ein klares Fazit. Ein Zusatznutzen von Pertuzumab/Trastuzumab (s.c.) in Kombination mit Docetaxel ist nicht belegt.

Dosierung

Der Bericht diskutiert folgende Annahmen zur Behandlungsdauer für die Kostenkalkulation:

MedikamentBehandlungsdauer (Herstellerangabe)Behandlungsdauer (IQWiG-Berechnung)
Pertuzumab/Trastuzumab (s.c.)17,4 Zyklen à 3 Wochen (1 Jahr)17,4 Zyklen à 3 Wochen (1 Jahr)
Docetaxel8 Zyklen à 3 Wochen17,4 Zyklen à 3 Wochen (1 Jahr)
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass die subkutane Fixkombination von Pertuzumab und Trastuzumab formal keinen belegten Zusatznutzen gegenüber der intravenösen freien Kombination aufweist, da direkte Vergleichsstudien für das metastasierte Setting fehlen. Es wird darauf hingewiesen, dass Leitlinien weiterhin die Kombination aus Pertuzumab, Trastuzumab und Chemotherapie als Standard in der Erstlinie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms definieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen der subkutanen Fixkombination in Kombination mit Docetaxel nicht belegt. Es liegen keine geeigneten Daten für den direkten Vergleich mit der intravenösen freien Kombination vor.

Der G-BA legt als zweckmäßige Vergleichstherapie die freie Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel fest. Diese Festlegung wird durch aktuelle nationale und internationale Leitlinien gestützt.

Die CLEOPATRA-Studie wurde als ungeeignet eingestuft, da sie die intravenöse freie Kombination untersucht und somit nicht der Fragestellung zur subkutanen Fixkombination entspricht. Zudem wich die vom Hersteller gewählte Vergleichstherapie in der Auswertung von der G-BA-Festlegung ab.

Der Bericht schätzt die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung auf etwa 2.465 bis 4.001 betroffene Personen pro Jahr. Diese Schätzung basiert auf Inzidenzdaten und Progressionsraten des Mammakarzinoms.

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Quelle: IQWiG A21-09: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, Erstlinie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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