IQWiG2020Pneumologie

Nintedanib bei SSc-ILD: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-70 bewertet den Zusatznutzen von Nintedanib bei Erwachsenen mit interstitieller Lungenerkrankung bei systemischer Sklerose (SSc-ILD). Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Best supportive Care (BSC) festgelegt.

Die Bewertung basiert maßgeblich auf der randomisierten, kontrollierten Studie SENSCIS. In dieser wurde Nintedanib in Kombination mit BSC gegen Placebo plus BSC über einen Zeitraum von mindestens 52 Wochen untersucht.

Für die Nutzenbewertung wurde eine spezifische Teilpopulation herangezogen. Es wurden nur Personen betrachtet, die keine Begleitbehandlung mit Mycophenolat-Mofetil (MMF) erhielten, da MMF für diese Indikation nicht zugelassen ist.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung formuliert folgende zentrale Ergebnisse hinsichtlich des Zusatznutzens:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut Bewertung ergibt sich in der Gesamtschau ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen von Nintedanib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie BSC. Es zeigten sich ausschließlich negative Effekte unterschiedlichen Ausmaßes für den Wirkstoff.

Mortalität und Morbidität

Hinsichtlich der Wirksamkeit zeigt der Bericht folgende Ergebnisse:

  • Für das Gesamtüberleben ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

  • Bei der krankheitsspezifischen Symptomatik (Atemnot, Schmerzen, Atemwegsprobleme) konnte kein Zusatznutzen belegt werden.

  • Bei der Erfassung von Darmproblemen zeigte sich ein relevanter negativer Effekt zum Nachteil von Nintedanib.

Nebenwirkungen

Die Bewertung identifiziert signifikante Nachteile im Bereich der unerwünschten Ereignisse:

  • Es zeigt sich ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch gastrointestinale Erkrankungen, insbesondere schwere Diarrhö.

  • Ebenfalls traten Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen sowie Gefäßerkrankungen unter Nintedanib häufiger auf.

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) ergab sich kein signifikanter Unterschied zur Vergleichsgruppe.

Dosierung

Die in der zugrundeliegenden Studie angewendete Dosierung wird wie folgt beschrieben:

MedikamentStandarddosisDosisanpassung bei Nebenwirkungen
Nintedanib150 mg 2-mal täglich oralReduktion auf 100 mg 2-mal täglich

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll waren bestimmte Vor- und Begleitbehandlungen nicht erlaubt. Dazu zählten unter anderem:

  • Prednison(äquivalent) über 10 mg/Tag

  • Hoch dosierte Thrombozytenaggregationshemmer sowie Antikoagulantien

  • Pirfenidon und andere experimentelle Therapien

  • Verschiedene Immunsuppressiva wie Cyclophosphamid, Rituximab oder Tacrolimus innerhalb von 6 Monaten vor Randomisierung

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass unter der Therapie mit Nintedanib signifikant häufiger gastrointestinale Nebenwirkungen, primär schwere Diarrhö, auftreten. Es wird beschrieben, dass auftretender Durchfall in der zugrundeliegenden Studie frühzeitig mit einer Standardtherapie (beispielsweise Loperamid) behandelt wurde. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Mycophenolat-Mofetil (MMF) in dieser Indikation nicht zugelassen ist und eine Kombinationstherapie daher in der Hauptanalyse der Bewertung ausgeschlossen wurde.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zu Best supportive Care. Dies begründet sich vor allem durch signifikant vermehrte Nebenwirkungen ohne belegten Überlebensvorteil.

Laut Bewertung kommt es signifikant häufiger zu gastrointestinalen Beschwerden. Insbesondere schwere Diarrhö sowie Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen wurden in der Studie beobachtet.

Der Bericht weist darauf hin, dass MMF zur Behandlung der SSc-ILD nicht zugelassen ist. Daher wurde die Subpopulation mit MMF-Begleitmedikation aus der primären Nutzenbewertung ausgeschlossen.

Die Standarddosierung in der untersuchten SENSCIS-Studie betrug 150 mg zweimal täglich oral. Bei therapieassoziierten Nebenwirkungen war eine Dosisreduktion auf 100 mg zweimal täglich vorgesehen.

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