Nivolumab bei Pleuramesotheliom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-89 bewertet den Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit nicht resezierbarem malignem Pleuramesotheliom.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt. In der zugrundeliegenden Studie CA209-743 wurde die Kombinationstherapie mit Pemetrexed plus Cisplatin oder Carboplatin verglichen.
Für die Behandlungsoption Bevacizumab plus Cisplatin und Pemetrexed lagen dem Institut keine Daten vor. Die Bewertung basiert primär auf den Endpunkten Gesamtüberleben, Morbidität und Nebenwirkungen.
Empfehlungen
Die Bewertung des Zusatznutzens differenziert stark nach der vorliegenden Tumorhistologie:
Nicht epitheloide Tumorhistologie
Laut Bewertung zeigt sich für Patientinnen und Patienten mit nicht epitheloider Tumorhistologie ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.
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Es wird ein statistisch signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben beschrieben.
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Beim Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.
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Dem stehen Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei bestimmten immunvermittelten und schweren unerwünschten Ereignissen gegenüber.
Epitheloide Tumorhistologie
Für die Subgruppe mit epitheloider Tumorhistologie ist laut Bericht ein Zusatznutzen nicht belegt.
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Es zeigt sich kein Anhaltspunkt für einen Vorteil beim Gesamtüberleben.
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Einem geringen Zusatznutzen beim Gesundheitszustand stehen überwiegend negative Effekte bei den Nebenwirkungen gegenüber.
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Insbesondere bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs) wird ein höherer Schaden beobachtet.
Unerwünschte Ereignisse
Die Auswertung der Studie zeigt ein gemischtes Bild bezüglich der Verträglichkeit im Vergleich zur Chemotherapie.
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Ein geringerer Schaden zeigt sich unter anderem bei Übelkeit, Asthenie und hämatologischen Toxizitäten (Anämie, Neutropenie).
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Ein höherer Schaden wird bei Diarrhö, endokrinen Erkrankungen und Leber- sowie Gallenerkrankungen verzeichnet.
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Die Abbruchrate wegen unerwünschter Ereignisse unterscheidet sich nicht signifikant zwischen den Therapiearmen.
Dosierung
Die in der Zulassungsstudie CA209-743 verwendeten Dosierungsschemata für die Intervention und den Vergleichsarm werden wie folgt beschrieben:
| Therapiearm | Medikament | Dosierung | Dauer |
|---|---|---|---|
| Intervention | Nivolumab | 3 mg/kg KG i.v. alle 2 Wochen | maximal 24 Monate |
| Intervention | Ipilimumab | 1 mg/kg KG i.v. alle 6 Wochen | maximal 24 Monate |
| Vergleich | Pemetrexed | 500 mg/m2 KOF i.v. an Tag 1 (Zyklus = 3 Wochen) | maximal 6 Zyklen |
| Vergleich | Cisplatin | 75 mg/m2 KOF i.v. an Tag 1 (Zyklus = 3 Wochen) | maximal 6 Zyklen |
| Vergleich | Carboplatin (alternativ zu Cisplatin) | AUC 5 mg/ml/min i.v. an Tag 1 (Zyklus = 3 Wochen) | maximal 6 Zyklen |
Kontraindikationen
Der Bericht schließt Patientinnen und Patienten mit nicht bestimmbarer Tumorhistologie von der Bewertung aus, da diese in der Zulassungsstudie nicht berücksichtigt wurden. Ebenso lagen keine Daten für Personen vor, für die Bevacizumab plus Cisplatin und Pemetrexed die geeignete Therapieoption darstellt.
💡Praxis-Tipp
Es wird hervorgehoben, dass der Überlebensvorteil der Immuntherapie stark von der Tumorhistologie abhängt. Bei der Therapieentscheidung sollte berücksichtigt werden, dass ein beträchtlicher Zusatznutzen ausschließlich für das nicht epitheloide Pleuramesotheliom belegt ist. Bei der epitheloiden Form überwiegen laut Bewertung die Risiken für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse ohne nachweisbaren Überlebensvorteil.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht sieht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen bei der nicht epitheloiden Tumorhistologie. Bei der epitheloiden Form ist ein Zusatznutzen hingegen nicht belegt.
Die Kombination wurde in der Zulassungsstudie mit einer platinbasierten Chemotherapie verglichen. Diese bestand aus Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin oder Carboplatin.
Laut den Studiendaten wird Nivolumab plus Ipilimumab für maximal 24 Monate verabreicht. Die Therapie kann bei Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität vorzeitig beendet werden.
Die Bewertung zeigt einen höheren Schaden durch immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Dazu zählen unter anderem endokrine Erkrankungen, Diarrhö sowie Leber- und Gallenerkrankungen.
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Quelle: IQWiG A21-89: Nivolumab (Malignes Pleuramesotheliom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.