Naldemedin: Dosierung bei opioidinduzierter Obstipation
Hintergrund
Die IQWiG-Nutzenbewertung (A20-45) untersucht den Zusatznutzen des Wirkstoffs Naldemedin bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit opioidinduzierter Obstipation (OIC). Voraussetzung für das Anwendungsgebiet ist, dass die Betroffenen zuvor bereits mit einem Laxans behandelt wurden.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterteilt die Zielpopulation in zwei Gruppen. Die erste Gruppe umfasst Personen, für die ein weiteres herkömmliches Abführmittel infrage kommt. Die zweite Gruppe besteht aus Personen, für die herkömmliche Laxanzien nicht mehr ausreichen und die eine Therapie mit spezifischen Wirkstoffen wie Methylnaltrexon, Prucaloprid oder Naloxegol benötigen.
Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung einen indirekten Vergleich von Naldemedin mit Naloxegol ein. Das IQWiG stufte diese Daten jedoch als methodisch ungeeignet ein, da die Studienpopulationen nicht exakt dem Anwendungsgebiet entsprachen und ein direkter Vergleich von Nutzen und Schaden nicht möglich war.
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation wird bei der Anwendung von Naldemedin vor dem Auftreten eines Opioidentzugssyndroms gewarnt. Bei Patienten mit Störungen der Blut-Hirn-Schranke (z. B. ZNS-Metastasen, aktive multiple Sklerose) wird eine besonders engmaschige Überwachung auf Entzugssymptome empfohlen, da hier ein erhöhtes Risiko besteht.
Häufig gestellte Fragen
Die empfohlene Dosis beträgt laut Fachinformation 200 µg (eine Tablette) einmal täglich. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, sollte aber idealerweise immer zur gleichen Tageszeit stattfinden.
Laut IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Naldemedin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die vom Hersteller eingereichten Daten aus einem indirekten Vergleich wurden als methodisch ungeeignet eingestuft.
Die Therapie mit Naldemedin muss beendet werden, sobald das auslösende Opioid-Analgetikum abgesetzt wird. Zudem wird ein sofortiger Abbruch bei Verdacht auf eine gastrointestinale Obstruktion oder Perforation gefordert.
Naldemedin wird primär über das Enzym CYP3A verstoffwechselt. Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Inhibitoren (z. B. Itraconazol) oder starken Induktoren (z. B. Rifampicin) wird laut Fachinformation nicht empfohlen, da dies die Plasmakonzentration stark verändern kann.
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Quelle: IQWiG A20-45: Naldemedin (Opioid-induzierte Obstipation) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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