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Difelikefalin bei Pruritus: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht bewertet den Zusatznutzen von Difelikefalin zur Behandlung von mäßigem bis schwerem Pruritus im Zusammenhang mit einer chronischen Nierenerkrankung. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Hämodialysepatientinnen und -patienten.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine patientenindividuelle Therapie fest. Diese umfasst unter Berücksichtigung der Vortherapien beispielsweise rückfettende Topika, nicht-sedierende Antihistaminika, UVB-Therapie oder Gabapentin.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten der Studien KALM-1 und KALM-2 ein. Das IQWiG überprüfte diese auf ihre Eignung für die Gegenüberstellung von Nutzen und Schaden.

Empfehlungen

Der Bericht des IQWiG kommt zu folgenden zentralen Bewertungsergebnissen bezüglich des Zusatznutzens:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Difelikefalin nicht belegt. Es liegen keine geeigneten Daten für einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Methodische Mängel der vorgelegten Studien

Die vom Hersteller eingereichten Studien KALM-1 und KALM-2 wurden vom IQWiG aus zwei Hauptgründen als ungeeignet eingestuft:

  • Mangelhafte Umsetzung der Vergleichstherapie: Mehr als die Hälfte der Kontrollgruppe erhielt keine Therapie gegen Juckreiz, was nicht der geforderten patientenindividuellen Therapie entspricht.

  • Zu kurze Studiendauer: Die randomisierten, doppelblinden Studienphasen dauerten lediglich 12 Wochen.

Da es sich bei Pruritus im Rahmen einer chronischen Nierenerkrankung um ein chronisches Leiden handelt, wird von einer Dauertherapie ausgegangen. Für eine valide Nutzenbewertung fordert das IQWiG daher Studien mit einer Mindestdauer von 24 Wochen.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Difelikefalin vor:

PatientengruppeEmpfohlene DosisVerabreichung
Erwachsene Hämodialysepatienten0,5 µg/kg Trockengewicht3x wöchentlich als intravenöse Bolusinjektion
Patienten ab 195 kg Trockengewicht100 µg (Maximaldosis)3x wöchentlich als intravenöse Bolusinjektion

Die Gabe erfolgt am Ende der Hämodialyse-Behandlung beim Rückspülen oder nach dem Rückspülen in den venösen Zugang des extrakorporalen Kreislaufs. Bei Leberfunktionsstörungen (leicht bis mäßig) oder bei älteren Menschen ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise:

  • Kontraindikation: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Hyperkaliämie: Es wird eine häufige Überwachung der Kaliumwerte empfohlen, da eine höhere Inzidenz beobachtet wurde.

  • Kardiovaskuläre Ereignisse: Ein numerisches Ungleichgewicht bei Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern wurde in Studien festgestellt.

  • Zentralnervensystem: Vorsicht ist bei gestörter Blut-Hirn-Schranke geboten. Schwindelgefühl und Somnolenz können auftreten, insbesondere bei gleichzeitiger Gabe von ZNS-Depressiva wie sedierenden Antihistaminika oder Opioiden.

  • Schwangerschaft: Eine Anwendung sollte vermieden werden.

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💡Praxis-Tipp

Da in klinischen Studien unter Difelikefalin vermehrt Hyperkaliämien auftraten, wird eine engmaschige Überwachung der Kaliumwerte empfohlen. Zudem ist bei der gleichzeitigen Verordnung von sedierenden Antihistaminika oder Opioiden Vorsicht geboten, da sich das Risiko für Schwindel und Somnolenz erhöhen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die empfohlene Dosis beträgt laut Fachinformation 0,5 µg/kg Trockengewicht. Die Verabreichung erfolgt dreimal wöchentlich als intravenöse Bolusinjektion am Ende der Hämodialyse.

Gemäß der aktuellen IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Difelikefalin nicht belegt. Die vorgelegten Studien waren aufgrund einer zu kurzen Dauer und einer unzureichenden Vergleichstherapie für die Bewertung ungeeignet.

Da die Fachinformation keine zeitliche Begrenzung vorgibt und es sich um eine chronische Erkrankung handelt, geht das IQWiG von einer Dauertherapie aus. Für den Nachweis eines Zusatznutzens werden daher Studiendaten über mindestens 24 Wochen gefordert.

Es wird auf ein erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie, Schwindel und Somnolenz hingewiesen. Zudem wurde in Studien ein leichtes Ungleichgewicht bei kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern beobachtet.

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Quelle: IQWiG A22-105: Difelikefalin (Pruritus) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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