Ceftolozan/Tazobactam bei cIAI: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-27 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Ceftolozan/Tazobactam. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit komplizierten intraabdominellen Infektionen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine patientenindividuelle antibiotische Therapie festgelegt. Diese muss das lokale Erregerspektrum, Resistenzprofile und das Risiko für multiresistente Erreger berücksichtigen.

Der pharmazeutische Unternehmer legte zur Bewertung die Studien PN003 und PN012 vor. In diesen wurde die Kombinationstherapie ausschließlich mit Meropenem verglichen, was vom IQWiG methodisch kritisiert wird.

Empfehlungen

Bewertung der Studiendaten

Laut IQWiG-Bericht sind die vorgelegten Studien PN003 und PN012 für die Nutzenbewertung nicht geeignet. Der gewählte Komparator Meropenem erfüllt nicht die Kriterien einer patientenindividuellen Therapie.

Kritik an der kalkulierten Therapie

Die Bewertung zeigt, dass Meropenem für den Großteil der untersuchten Personen keine angemessene kalkulierte Therapie darstellt. Dies wird mit folgenden Punkten begründet:

  • Eine ambulant erworbene, diffuse Peritonitis stellt gemäß S2k-Leitlinie keine Indikation für Meropenem dar.

  • Der Anteil an Personen mit nosokomialer Peritonitis oder besonders schwerer Erkrankung (APACHE II-Score über 10) war in den Studien zu gering.

  • Lokale Resistenzsituationen wurden bei der Wahl der Therapie nicht ausreichend berücksichtigt.

Kritik an der gezielten Therapie

Auch als gezielte Therapie nach Vorliegen eines Antibiogramms wird Meropenem in den Studien als unzureichend umgesetzt bewertet. Das IQWiG bemängelt hierbei mehrere Aspekte:

  • Es fehlte die Möglichkeit zur Deeskalation der Therapie bei fehlendem Nachweis resistenter Erreger.

  • ESBL-bildende Enterobacterales oder Pseudomonas aeruginosa lagen zu Studienbeginn nur bei unter 10 Prozent der Untersuchten vor.

  • Die Therapie mit Meropenem wurde meist über den gesamten Zeitraum fortgeführt, ohne das Wirkspektrum anzupassen.

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der ungeeigneten Vergleichstherapie in den Zulassungsstudien formuliert das IQWiG ein klares Endergebnis:

  • Es gibt keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Ceftolozan/Tazobactam.

  • Ein Zusatznutzen ist damit nicht belegt.

  • Auch die zusätzlich vorgelegten In-vitro-Daten (Untersuchung Kresken 2019) sind für eine positive Bewertung nicht geeignet.

Dosierung

Die in den bewerteten Studien (PN003 und PN012) angewendeten Dosierungsschemata werden im Bericht wie folgt beschrieben:

WirkstoffDosierungApplikationIntervall
Ceftolozan/Tazobactam1500 mgintravenösalle 8 ± 2 Stunden
Metronidazol (Kombination)500 mgintravenösalle 8 ± 2 Stunden
Meropenem (Vergleichsarm)1000 mgintravenösalle 8 ± 2 Stunden

Die Behandlungsdauer betrug in den Studien in der Regel 4 bis 10 Tage. Bei unzureichender Infektionskontrolle konnte die Therapie auf maximal 14 Tage verlängert werden.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass Meropenem bei ambulant erworbenen, diffusen Peritonitiden ohne Nachweis spezifischer Risikofaktoren keine leitliniengerechte kalkulierte Therapie darstellt. Es wird betont, dass nach Vorliegen eines Antibiogramms stets eine Deeskalation der antibiotischen Therapie auf ein möglichst schmales Wirkspektrum erfolgen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Ceftolozan/Tazobactam bei komplizierten intraabdominellen Infektionen nicht belegt. Die vom Hersteller vorgelegten Studien wurden als methodisch ungeeignet eingestuft.

Die Studien verglichen Ceftolozan/Tazobactam ausschließlich mit Meropenem. Das IQWiG bemängelt, dass Meropenem in diesen Studien keine angemessene patientenindividuelle Vergleichstherapie darstellt.

Gemäß der zitierten S2k-Leitlinie ist Meropenem eine Option bei nosokomialer diffuser Peritonitis mit hohem Risiko für multiresistente Erreger. Auch bei einer besonders schweren Erkrankung kann der Einsatz als kalkulierte Therapie erwogen werden.

Die Behandlungsdauer in den Studien betrug primär 4 bis 10 Tage. Bei unzureichender Infektionskontrolle konnte die Therapie auf maximal 14 Tage verlängert werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A20-27: Ceftolozan/Tazobactam (komplizierte intraabdominelle Infektionen) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien