Pembrolizumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht ist ein Addendum des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Nutzenbewertung von Pembrolizumab. Er befasst sich mit der Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit metastasierendem plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).
Anlass für dieses Addendum war eine unklare Operationalisierung des Endpunkts Gesamtüberleben in der ursprünglichen Dossierbewertung (A19-31). Nach einer Klarstellung durch den pharmazeutischen Unternehmer konnten die Intention-to-treat-Analysen nun vollständig bewertet werden.
Die Bewertung unterscheidet zwei Patientengruppen basierend auf der PD-L1-Expression. Es werden Patienten mit einer Expression unter 50 % sowie Patienten mit einer Expression von 50 % oder mehr getrennt voneinander betrachtet.
Empfehlungen
Das IQWiG formuliert basierend auf den nachgereichten Daten folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel (oder nab-Paclitaxel):
Patienten mit PD-L1-Expression < 50 %
Für diese Patientengruppe wurde die Kombinationstherapie mit einer alleinigen carboplatinbasierten Chemotherapie verglichen. Die Daten der KEYNOTE-407-Studie zeigen einen statistisch signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben.
Das mediane Gesamtüberleben lag unter der Pembrolizumab-Kombination bei 14,4 Monaten. Unter der reinen Chemotherapie betrug es 11,1 Monate.
In der Gesamtschau der positiven und negativen Effekte ergibt sich laut IQWiG:
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Ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen für das Gesamtüberleben.
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Ein positiver Effekt bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und bestimmten Symptomen (z. B. Dysphagie).
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Ein höheres Risiko für immunvermittelte unerwünschte Ereignisse, welches jedoch durch weniger schwere Nebenwirkungen aufgewogen wird.
Patienten mit PD-L1-Expression ≥ 50 %
Für diese Gruppe wurde ein indirekter Vergleich mit einer Pembrolizumab-Monotherapie herangezogen (Studien KEYNOTE 407 und KEYNOTE 042). Das IQWiG stuft die vorgelegten Daten als nicht verwertbar für eine abschließende Abwägung von Nutzen und Schaden ein.
Es fehlen Auswertungen zur Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Zudem weisen die Daten zu unerwünschten Ereignissen ein hohes Verzerrungspotenzial auf.
Beim Gesamtüberleben zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Zusammenfassend ist ein Zusatznutzen für diese Patientengruppe nicht belegt.
Zusammenfassung der Nutzenbewertung
Das IQWiG fasst die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Zusatznutzens wie folgt zusammen:
| Indikation (plattenepitheliales NSCLC) | Zweckmäßige Vergleichstherapie | Ausmaß des Zusatznutzens |
|---|---|---|
| PD-L1-Expression < 50 % | Carboplatin + Paclitaxel (oder nab-Paclitaxel) | Hinweis auf erheblichen Zusatznutzen |
| PD-L1-Expression ≥ 50 % | Pembrolizumab-Monotherapie | Zusatznutzen nicht belegt |
Kontraindikationen
Laut IQWiG-Bericht zeigt sich unter der Kombinationstherapie mit Pembrolizumab ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden im Bereich der Nebenwirkungen. Es wird ein beträchtliches Ausmaß an immunvermittelten unerwünschten Ereignissen (UEs) im Vergleich zur reinen Chemotherapie beschrieben.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bewertung hängt der belegte Zusatznutzen der Pembrolizumab-Kombinationstherapie beim plattenepithelialen NSCLC entscheidend vom PD-L1-Status ab. Es wird darauf hingewiesen, dass ein erheblicher Zusatznutzen nur für Patienten mit einer PD-L1-Expression unter 50 % belegt ist. Für Patienten mit einer Expression ab 50 % konnte im Vergleich zur Pembrolizumab-Monotherapie kein Zusatznutzen nachgewiesen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG besteht für diese Patientengruppe ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen. Dies basiert auf einem signifikant verlängerten Gesamtüberleben in der Kombinationstherapie im Vergleich zur reinen Chemotherapie.
Das IQWiG sieht für Patienten mit einer PD-L1-Expression von über 50 % keinen belegten Zusatznutzen der Kombinationstherapie im Vergleich zur Pembrolizumab-Monotherapie. Die vorgelegten Daten aus indirekten Vergleichen waren hierfür methodisch nicht ausreichend.
In der Studie KEYNOTE 407 (PD-L1 < 50 %) betrug das mediane Gesamtüberleben unter der Pembrolizumab-Kombination 14,4 Monate. Unter der reinen Chemotherapie lag es laut Bericht bei 11,1 Monaten.
Der IQWiG-Bericht stellt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch immunvermittelte unerwünschte Ereignisse fest. Gleichzeitig zeigte sich jedoch ein geringerer Schaden bei den schweren Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3).
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Quelle: IQWiG A19-62: Pembrolizumab (plattenepitheliales NSCLC, Kombinationschemotherapie) - Addendum zum Auftrag A19-31 (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.