Dolutegravir/Lamivudin: HIV-Therapie und Wirksamkeit
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Bewertung von Dolutegravir/Lamivudin (DTG/3TC) bei antiretroviral vorbehandelten Erwachsenen mit HIV-1-Infektion. Grundlage dieses Addendums ist die Auswertung der TANGO-Studie.
In der offenen, randomisierten TANGO-Studie wurde die Fixkombination DTG/3TC mit der Fortführung einer bestehenden Tenofoviralafenamid (TAF)-basierten antiretroviralen Therapie (ART) verglichen. Eingeschlossen wurden virologisch supprimierte Patienten ohne medizinische Umstellungsindikation.
Der primäre Endpunkt der Studie war das virologische Versagen nach 48 Wochen. Zudem wurden patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, Morbidität und unerwünschte Ereignisse (UE) erfasst.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei einem Wechsel von einer gut funktionierenden TAF-basierten Therapie auf Dolutegravir/Lamivudin ohne medizinische Umstellungsindikation vermehrt Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen wie Ermüdung auftreten können. Es wird deutlich, dass in dieser spezifischen Patientenpopulation ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Fixkombination im Vergleich zur Fortführung der bisherigen Therapie besteht.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ergibt sich für vorbehandelte Erwachsene ohne Umstellungsindikation ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur Fortführung der bestehenden Therapie. Für Patienten mit Umstellungsindikation ist ein Zusatznutzen mangels Daten nicht belegt.
Die Auswertung zeigt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Ermüdung und jahreszeitbedingte Allergien. Zudem kam es unter der Fixkombination häufiger zu Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse.
Bezüglich des virologischen Versagens, des virologischen Ansprechens und der Mortalität zeigt der Bericht keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Dolutegravir/Lamivudin und der Fortführung der TAF-basierten Therapie. Der geringere Gesamtnutzen begründet sich ausschließlich durch das ungünstigere Nebenwirkungsprofil in dieser Studienpopulation.
Es wurden erwachsene, HIV-1-infizierte Patienten eingeschlossen, die seit mindestens 6 Monaten virologisch supprimiert waren (Viruslast < 50 Kopien/ml). Die Patienten hatten zuvor eine TAF-basierte antiretrovirale Therapie erhalten und wiesen keine Umstellungsindikation auf.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A19-103: Dolutegravir/Lamivudin (HIV-Infektion) - 2. Addendum zum Auftrag A19-55 (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A19-102: Dolutegravir/Lamivudin (HIV-Infektion) - Addendum zum Auftrag A19-55
IQWiG A19-55: Dolutegravir/Lamivudin (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-05: Doravirin/Lamivudin/Tenofovirdisoproxil (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A14-34: Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A19-07: Doravirin (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A18-34: Dolutegravir/Rilpivirin (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGBV
IQWiG A14-08: Dolutegravir - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A18-43: Bictegravir/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen