HIV-Therapie: IQWiG-Bewertung zu Dolutegravir/Rilpivirin
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen der Fixkombination Dolutegravir/Rilpivirin (DTG/RPV) bei erwachsenen Personen mit einer HIV-1-Infektion. Die Bewertung bezieht sich auf Behandelte, die seit mindestens sechs Monaten virologisch supprimiert sind.
Voraussetzung für die Anwendung ist, dass in der Vergangenheit kein virologisches Versagen auftrat. Zudem dürfen keine bekannten oder vermuteten Resistenzen gegen nicht nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) oder Integrase-Inhibitoren (INI) vorliegen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine individuelle antiretrovirale Therapie (ART) festgelegt. Für Personen ohne medizinische Umstellungsindikation entspricht dies der Fortführung der bisherigen Therapie.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf den Zulassungsstudien folgende Kernaussagen:
Bewertungsgrundlage
Der Bericht stützt sich auf die beiden offenen, randomisierten kontrollierten Studien SWORD-1 und SWORD-2. In diesen wurde die Gabe von DTG/RPV mit der Fortführung der bisherigen Therapie verglichen.
Die eingeschlossenen Personen wiesen fast ausschließlich keine medizinische Umstellungsindikation auf. Für die Gruppe der Personen mit einer medizinischen Notwendigkeit zum Therapiewechsel wurden keine Daten vorgelegt.
Wirksamkeit und Mortalität
Hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeigt sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist in diesem Punkt nicht belegt.
Auch für AIDS-definierende Ereignisse, das virologische Ansprechen und die CD4+-Zellzahl ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in den Studien nicht untersucht.
Nebenwirkungen und Therapieabbrüche
Der Bericht stellt auf der Seite der negativen Effekte mehrere Hinweise auf einen höheren Schaden durch DTG/RPV fest. Dies betrifft insbesondere folgende Endpunkte:
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Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (Ausmaß beträchtlich)
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Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Ausmaß gering)
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Erkrankungen des Nervensystems und psychiatrische Erkrankungen (Ausmaß gering)
Zudem zeigt sich bei Personen mit einer CD4+-Zellzahl von ≥ 500 Zellen/μl ein Hinweis auf einen höheren Schaden im Bereich der Haut- und Unterhauterkrankungen.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Das IQWiG leitet aus den vorliegenden Daten folgende Gesamtaussagen ab:
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Für Personen ohne Umstellungsindikation ergibt sich ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen von DTG/RPV gegenüber der bisherigen Therapie.
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Für Personen mit Umstellungsindikation ist ein Zusatznutzen nicht belegt, da keine Daten vorliegen.
Dosierung
Die in den bewerteten Studien verwendete Dosierung wird wie folgt beschrieben:
| Wirkstoffkombination | Dosierung | Anwendungshinweis |
|---|---|---|
| Dolutegravir + Rilpivirin | 50 mg + 25 mg | 1x täglich zur Mahlzeit |
Kontraindikationen
Laut den im Bericht zitierten Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung bestehen folgende Kontraindikationen:
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile
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Gleichzeitige Anwendung von Dofetilid
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Gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital oder Phenytoin
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Gleichzeitige Anwendung von Rifampicin oder Rifapentin
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Gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpen-Inhibitoren (z. B. Omeprazol, Pantoprazol)
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Systemisch angewendetes Dexamethason (außer als Einzeldosis)
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Anwendung von Johanniskraut (Hypericum perforatum)
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass ein Wechsel auf Dolutegravir/Rilpivirin bei stabil eingestellten Personen ohne medizinische Umstellungsindikation mit einem erhöhten Risiko für Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen verbunden ist. Es wird insbesondere ein vermehrtes Auftreten von gastrointestinalen, neurologischen und psychiatrischen unerwünschten Ereignissen im Vergleich zur Fortführung der bisherigen Therapie beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für Personen mit Umstellungsindikation mangels Daten nicht belegt. Für stabil eingestellte Personen ohne Wechselindikation ergibt sich ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zur bisherigen Therapie.
Die Bewertung begründet sich durch einen höheren Schaden auf der Seite der Nebenwirkungen. Der Bericht verzeichnet signifikant mehr Therapieabbrüche sowie vermehrt gastrointestinale und psychiatrische unerwünschte Ereignisse unter der Fixkombination.
Das Medikament ist für Erwachsene zugelassen, die seit mindestens sechs Monaten virologisch supprimiert sind. Zudem darf in der Vergangenheit kein virologisches Versagen aufgetreten sein.
Nein, die gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpen-Inhibitoren wie Pantoprazol oder Omeprazol ist kontraindiziert. Dies wird in den Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung explizit aufgeführt.
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Quelle: IQWiG A18-34: Dolutegravir/Rilpivirin (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGBV (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.