Pertuzumab bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 ein Addendum zur Nutzenbewertung von Pertuzumab bei Mammakarzinom veröffentlicht. Dieses ergänzt den vorherigen Auftrag A18-41.
Im Fokus steht die Auswertung der APHINITY-Studie zum krankheitsfreien Überleben (Disease-free Survival, DFS). Verglichen wird die Kombination aus Pertuzumab, Trastuzumab und Chemotherapie mit Placebo, Trastuzumab und Chemotherapie.
Die Zielgruppe umfasst Personen mit HER2-positivem, frühem Brustkrebs und hohem Rezidivrisiko. Dies schließt nodalpositive oder hormonrezeptornegative Befunde ein.
Empfehlungen
Endpunkt Krankheitsfreies Überleben (DFS)
Laut IQWiG-Bericht wird das DFS als Zeit von der Randomisierung bis zum ersten Auftreten spezifischer Ereignisse definiert. Dazu zählen unter anderem:
-
Ipsilaterales invasives lokales oder regionäres Brustkrebsrezidiv
-
Fernrezidiv oder kontralateraler invasiver Brustkrebs
-
Sekundäres Primärkarzinom, DCIS oder Tod jeglicher Ursache
Studienergebnisse
Die Auswertung zeigt, dass die Ergebnisse zum DFS nahezu identisch mit denen zum Endpunkt Rezidive sind. Die Ereignisraten stellen sich wie folgt dar:
| Therapiearm | Anteil mit Ereignis | Hazard Ratio |
|---|---|---|
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie | 9,2 % | 0,78 |
| Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie | 11,6 % | Referenz |
Bewertung des Zusatznutzens
Das Addendum ändert die ursprüngliche Aussage zum Zusatznutzen nicht. Gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Trastuzumab, Taxan und ggf. Anthrazyklin) ergibt sich laut Bericht folgende Bewertung:
| Altersgruppe | Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens |
|---|---|
| Alter < 65 Jahre | Zusatznutzen nicht belegt |
| Alter ≥ 65 Jahre | Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen |
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht zeigt, dass die Hinzunahme von Pertuzumab zur adjuvanten Standardtherapie bei HER2-positivem Brustkrebs in der Gesamtschau keinen belegten Zusatznutzen bietet. Bei Personen ab 65 Jahren wird sogar ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG definiert das DFS als Zeit von der Randomisierung bis zum ersten Auftreten eines Rezidivs, eines sekundären Primärkarzinoms, eines DCIS oder dem Tod. Die genauen Ereignisse umfassen sowohl lokale als auch Fernrezidive.
Laut der Nutzenbewertung ist für Personen unter 65 Jahren mit HER2-positivem, frühem Brustkrebs ein Zusatznutzen von Pertuzumab nicht belegt.
Der Bericht stellt für die Altersgruppe ab 65 Jahren einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen fest. Dies bezieht sich auf den direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Als Vergleichstherapie wird ein Schema herangezogen, das Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und gegebenenfalls ein Anthrazyklin enthält.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A18-76: Pertuzumab (Mammakarzinom) - Addendum zum Auftrag A18-41 (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.