Dulaglutid bei Diabetes Typ 2: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Die IQWiG-Dossierbewertung aus dem Jahr 2015 untersucht den Zusatznutzen des Wirkstoffs Dulaglutid. Die Bewertung bezieht sich auf die Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2.
Es werden vier verschiedene therapeutische Fragestellungen analysiert. Diese umfassen die Monotherapie sowie verschiedene Kombinationstherapien mit oralen Antidiabetika (OAD) und Insulin.
Die Bewertung vergleicht Dulaglutid jeweils mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Grundlage der Analyse sind randomisierte kontrollierte Studien (RCT) mit einer Mindestdauer von 24 Wochen.
Empfehlungen
Die IQWiG-Dossierbewertung definiert vier Fragestellungen mit den entsprechenden Vergleichstherapien:
| Indikation | Zweckmäßige Vergleichstherapie des G-BA |
|---|---|
| Monotherapie (A) | Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) |
| Zweifachkombination mit OAD (B) | Metformin + Sulfonylharnstoff |
| Dreifachkombination mit 2 OAD (C) | Metformin + Humaninsulin |
| Kombination mit Insulin +/- OAD (D) | Insulin lispro |
Monotherapie und Dreifachkombination
Für die Monotherapie (Fragestellung A) sowie die Dreifachkombination mit zwei OAD (Fragestellung C) liegen laut Bewertung keine geeigneten Daten vor. Es ergibt sich in beiden Fällen kein Beleg für einen Zusatznutzen.
Zweifachkombination mit Metformin
In der Zweifachkombination (Fragestellung B) zeigt der indirekte Vergleich ein gemischtes Bild. Es gibt Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden durch signifikant seltenere symptomatische Hypoglykämien (Blutzucker ≤ 70 mg/dl).
Gleichzeitig ergeben sich laut Bewertung Anhaltspunkte für einen größeren Schaden im Bereich der gastrointestinalen Nebenwirkungen. Dies betrifft signifikant häufiger auftretende:
-
Übelkeit
-
Diarrhö
-
Erbrechen
Hinsichtlich der Gesamtmortalität und schwerer unerwünschter Ereignisse (SUE) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zur Vergleichstherapie.
Kombination mit Insulin
Die Bewertung der Kombination mit einem kurzwirksamen Insulin (Fragestellung D) basiert auf der Studie AWARD-4. Hierbei wird eine intensivierte Insulintherapie mit Dulaglutid evaluiert.
💡Praxis-Tipp
Bei der Zweifachkombination von Dulaglutid mit Metformin wird auf ein verändertes Nebenwirkungsprofil hingewiesen. Laut IQWiG-Bewertung treten symptomatische Hypoglykämien seltener auf als unter der Vergleichstherapie mit Glimepirid. Es wird jedoch betont, dass vermehrt gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Diarrhö zu erwarten sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung gibt es keinen Beleg für einen Zusatznutzen in der Monotherapie. Es wurden keine relevanten Daten gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt.
Die Bewertung zeigt Anhaltspunkte für einen größeren Schaden durch gastrointestinale Nebenwirkungen. Dazu gehören insbesondere Übelkeit, Diarrhö und Erbrechen.
In der Zweifachkombination mit Metformin zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden. Symptomatische Hypoglykämien (≤ 70 mg/dl) traten seltener auf als unter der Vergleichstherapie.
Nein, für diese Indikation ist kein Zusatznutzen belegt. Der vorgelegte indirekte Vergleich wurde aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit der Studien als nicht geeignet eingestuft.
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Quelle: IQWiG A15-07: Dulaglutid - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.