Cabozantinib bei Nierenzellkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer ergänzenden Nutzenbewertung zu Cabozantinib. Dies betrifft die Indikation des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach vorangegangener zielgerichteter Therapie gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF).
Grundlage der Bewertung sind nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers aus der METEOR-Studie. Diese umfassen verschiedene Datenschnitte aus den Jahren 2015 und 2016 zu Gesamtüberleben, Symptomatik und unerwünschten Ereignissen.
Das vorliegende Addendum (A17-10) prüft, ob diese zusätzlichen Auswertungen eine Änderung des bisherigen Bewertungsergebnisses zum Zusatznutzen rechtfertigen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert keine klinischen Handlungsempfehlungen, sondern bewertet die methodische Qualität und Vollständigkeit der eingereichten Studiendaten zur Nutzenbewertung.
Unvollständigkeit der Daten
Laut IQWiG hat der pharmazeutische Unternehmer zu keinem Zeitpunkt vollständige Unterlagen vorgelegt. Dies betrifft sowohl das Stellungnahmeverfahren als auch die Nachreichungen nach der mündlichen Anhörung.
Es wird kritisiert, dass für den kombinierten Endpunkt der skelettassoziierten Ereignisse die Auswertung der Einzelkomponenten fehlt. Zudem ist das eingereichte Addendum des Studienberichts unvollständig, da wesentliche Ergebnistabellen im Anhang fehlen.
Mängel bei der Erfassung unerwünschter Ereignisse
Das IQWiG bemängelt das Fehlen einer vollständigen Darstellung aller unerwünschten Ereignisse (UE). Folgende Datenpunkte fehlen laut Bericht für eine adäquate Bewertung:
-
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
-
Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE ≥ Grad 3)
-
Therapieabbrüche wegen UE nach Systemorganklasse (SOC) und bevorzugtem Begriff (PT)
Aufgrund dieser Lücken kann laut Bericht nicht überprüft werden, ob die auf Basis des ersten Datenschnitts identifizierten spezifischen UE weiterhin relevant sind.
Folgetherapien nach Progress
Der Bericht listet die systemischen Tumortherapien auf, die nach Beendigung der Studienmedikation (Postprogressionstherapie) verabreicht wurden. Die folgende Tabelle vergleicht die häufigsten Folgetherapien zwischen den Studienarmen:
| Postprogressionstherapie | Cabozantinib (N=330) | Everolimus (N=328) |
|---|---|---|
| Mindestens eine systemische Tumortherapie | 57 % | 63 % |
| VEGFR-TKI Therapien (Gesamt) | 27 % | 50 % |
| Axitinib | 20 % | 30 % |
| Sunitinib | 5,5 % | 11 % |
| PD-1/PD-L1 zielgerichtete Therapien (Gesamt) | 14 % | 16 % |
| Nivolumab | 13,0 % | 14,6 % |
Fazit zum Zusatznutzen
Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass die nachgereichten Daten die bisherige Aussage zum Zusatznutzen nicht ändern. Die unvollständigen Daten stehen für die Nutzenbewertung nicht zur Verfügung.
💡Praxis-Tipp
Bei der Interpretation von Überlebens- und Nebenwirkungsdaten zu Cabozantinib aus der METEOR-Studie ist laut IQWiG-Bericht zu beachten, dass die vom Hersteller eingereichten Daten zu unerwünschten Ereignissen und skelettassoziierten Komplikationen methodische Lücken aufweisen. Eine abschließende Bewertung des vollständigen Nebenwirkungsprofils im Vergleich zu Everolimus ist auf Basis dieses Addendums nicht möglich.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG bewertete Daten zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms. Dies betrifft erwachsene Personen nach einer vorangegangenen zielgerichteten Therapie gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF).
Die Bewertung basiert auf den Daten der randomisierten, kontrollierten Phase-3-Studie METEOR. In dieser Studie wurde Cabozantinib direkt mit Everolimus verglichen.
Laut IQWiG ändern die nachgereichten Daten die bisherige Aussage zum Zusatznutzen nicht. Die eingereichten Unterlagen wurden als unvollständig eingestuft und konnten daher nicht für eine Neubewertung herangezogen werden.
Der Bericht listet unter anderem Diarrhö, Hypertonie und das palmar-plantare Erythrodysästhesiesyndrom als spezifische unerwünschte Ereignisse auf. Das IQWiG bemängelt jedoch, dass die Gesamtdarstellung der Nebenwirkungen durch den Hersteller unvollständig war.
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Quelle: IQWiG A17-10: Cabozantinib (Nierenzellkarzinom) - Addendum zum Auftrag A16-69 (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.