IQWiG2015Onkologie

Afatinib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A15-17 bewertet den Zusatznutzen von Afatinib bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Im Fokus stehen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, die zuvor keine Therapie mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) erhalten haben. Voraussetzung ist das Vorliegen einer aktivierenden EGFR-Mutation.

Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der Zulassungsstudie LUX-Lung 3. In dieser randomisierten, offenen Studie wurde Afatinib mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie aus Cisplatin und Pemetrexed verglichen.

Die Analyse unterscheidet detailliert zwischen verschiedenen EGFR-Mutationstypen. Der Bericht zeigt, dass der Überlebensvorteil und die Lebensqualität stark von der spezifischen genetischen Ausprägung der Tumore abhängen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen von Afatinib bei nicht vorbehandelten Patienten mit einem ECOG-PS von 0 oder 1:

Zusatznutzen nach EGFR-Mutationstyp

Die Bewertung des Gesamtüberlebens zeigt eine starke Abhängigkeit vom vorliegenden Mutationstyp:

  • Bei der Del19-Mutation zeigt sich ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen, maßgeblich getrieben durch Vorteile im Gesamtüberleben.

  • Bei der L858R-Mutation ergibt sich lediglich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen, da kein Überlebensvorteil belegt ist, aber positive Effekte bei der Morbidität überwiegen.

  • Bei anderen EGFR-Mutationen (weder Del19 noch L858R) besteht ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur platinbasierten Chemotherapie.

Morbidität und Lebensqualität

Laut IQWiG zeigen sich bei der Symptomkontrolle unterschiedliche Effekte im Vergleich zur Chemotherapie:

  • Vorteile für Afatinib bestehen bei Dyspnoe, Übelkeit, Erbrechen, Husten und Haarausfall.

  • Nachteile für Afatinib zeigen sich bei Diarrhö, Mundschmerzen und Schluckbeschwerden.

  • Für die Endpunkte Schlaflosigkeit, Appetitverlust und periphere Neuropathie ist kein Unterschied belegt.

Patienten mit ECOG-PS 2 oder Vorbehandlung

Für nicht vorbehandelte Patienten mit einem ECOG-PS von 2 liegen dem Bericht zufolge keine relevanten Daten vor. Ein Zusatznutzen ist für diese Gruppe somit nicht belegt.

Gleiches gilt für Patienten, die bereits mit einer platinbasierten Chemotherapie vorbehandelt wurden. Auch hier ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

Dosierung

Die Nutzenbewertung basiert auf folgenden Dosierungsschemata der LUX-Lung 3 Studie:

TherapiearmMedikamentDosierungBehandlungsdauer
InterventionAfatinib40 mg/TagBis Krankheitsprogression oder Unverträglichkeit
VergleichstherapieCisplatin75 mg/m² KörperoberflächeMaximal 6 Zyklen (je 21 Tage)
VergleichstherapiePemetrexed500 mg/m² KörperoberflächeMaximal 6 Zyklen (je 21 Tage)
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass die Wirksamkeit von Afatinib stark vom spezifischen EGFR-Mutationstyp abhängt. Es wird hervorgehoben, dass bei seltenen Mutationen (weder Del19 noch L858R) ein geringerer Nutzen im Vergleich zur Chemotherapie bestehen kann. Eine genaue molekularpathologische Differenzierung vor Therapiebeginn ist laut den bewerteten Daten essenziell für die Therapieentscheidung.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es bei der Del19-Mutation einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen. Dieser basiert vor allem auf einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Chemotherapie.

Nein, die Bewertung zeigt deutliche Unterschiede je nach Mutation. Bei anderen Mutationen als Del19 oder L858R gibt es laut den Studiendaten einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Afatinib im Vergleich zu Cisplatin und Pemetrexed.

Die Daten der Zulassungsstudie zeigen Nachteile für Afatinib bei bestimmten Symptomen der Morbidität. Dazu gehören insbesondere Diarrhö, Mundschmerzen und Schluckbeschwerden.

Für nicht vorbehandelte Patienten mit einem ECOG-PS von 0 oder 1 wurde Cisplatin in Kombination mit Pemetrexed als Vergleichstherapie festgelegt. Alternativ können auch andere Drittgenerationszytostatika eingesetzt werden.

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Quelle: IQWiG A15-17: Afatinib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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