Crizotinib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A12-15 bewertet den Zusatznutzen von Crizotinib bei erwachsenen Patienten mit vorbehandeltem, anaplastische Lymphomkinase (ALK)-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC).
Die Bewertung unterscheidet zwei Patientengruppen: Patienten, für die eine Chemotherapie infrage kommt (ECOG-Status 0 bis 2), und Patienten, für die lediglich Best Supportive Care (BSC) angezeigt ist (ECOG-Status 3 bis 4).
Als zweckmäßige Vergleichstherapie für die Chemotherapie-Population wurde Docetaxel oder Pemetrexed festgelegt. Für die BSC-Population dient eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung als Vergleich.
Empfehlungen
Die Nutzenbewertung basiert maßgeblich auf der offenen, randomisierten kontrollierten Studie PROFILE 1007.
Chemotherapie-Population
Laut Bericht ergibt sich für Patienten, bei denen eine Chemotherapie angezeigt ist, folgendes Bild:
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Gesamtüberleben und Morbidität: Ein Zusatznutzen von Crizotinib ist nicht belegt. Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben.
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Lebensqualität: Es gibt einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (gemessen mit dem EORTC QLQ-C30).
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Nebenwirkungen: Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen größeren Schaden durch Crizotinib. Dies betrifft insbesondere Sehstörungen, gastrointestinale Ereignisse (Ausmaß: beträchtlich) sowie schwerwiegende unerwünschte Ereignisse.
In der Gesamtbetrachtung wiegt der größere Schaden den potenziellen Nutzen auf. Somit ist ein Zusatznutzen in dieser Population laut Bewertung nicht belegt.
BSC-Population
Für Patienten, bei denen eine Chemotherapie nicht mehr angezeigt ist, wurden vom pharmazeutischen Unternehmer keine Daten vorgelegt.
Daher ist ein Zusatznutzen von Crizotinib im Vergleich zu Best Supportive Care ebenfalls nicht belegt.
Studienqualität und Verzerrungspotenzial
Das Verzerrungspotenzial der Hauptstudie wird auf Studienebene als hoch eingestuft.
Gründe hierfür sind die fehlende Verblindung sowie ein hoher Anteil an Patienten der Kontrollgruppe (62 %), die im Studienverlauf zu Crizotinib wechselten (Cross-over).
Dosierung
Die in der bewerteten Zulassungsstudie (PROFILE 1007) untersuchten Behandlungsarme umfassten folgende Dosierungsschemata:
| Studienarm | Medikament | Dosierung | Applikation |
|---|---|---|---|
| Intervention | Crizotinib | 250 mg 2-mal täglich | oral |
| Kontrolle (Option 1) | Pemetrexed | 500 mg/m2 (Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus) | intravenös |
| Kontrolle (Option 2) | Docetaxel | 75 mg/m2 (Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus) | intravenös |
💡Praxis-Tipp
Laut Bewertung ist bei der Therapie mit Crizotinib mit einer signifikanten Zunahme von Sehstörungen und gastrointestinalen Nebenwirkungen (Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen) zu rechnen. Es wird darauf hingewiesen, dass diese unerwünschten Ereignisse in der Gesamtabwägung den potenziellen Nutzen in der Lebensqualität überwiegen können.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Crizotinib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie weder für die Chemotherapie- noch für die BSC-Population belegt.
Die Bewertung zeigt, dass Sehstörungen sowie gastrointestinale Ereignisse wie Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen unter Crizotinib signifikant häufiger auftreten. Auch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden häufiger beobachtet.
Nein, in der zugrundeliegenden Studie PROFILE 1007 zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zwischen Crizotinib und der Chemotherapie.
Für Patienten, die für eine Chemotherapie infrage kommen, diente Docetaxel oder Pemetrexed als Vergleich. Für Patienten in schlechterem Allgemeinzustand wurde Best Supportive Care (BSC) herangezogen.
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Quelle: IQWiG A12-15: Crizotinib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.