Hypersalivation: Diagnostik, Therapie & Botulinumtoxin

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Hypersalivation bezeichnet einen relativ oder absolut übermäßigen Speichelfluss. Dieser entsteht häufig durch insuffiziente orofaziale Fähigkeiten, eine verminderte zentralnervöse Kontrolle oder gestörte Schluckabläufe.

Das Beschwerdebild tritt oft als Begleitsymptom bei neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Amyotropher Lateralsklerose (ALS) oder Zerebralparese auf. Auch tumorbedingte Defektstörungen im Kopf-Hals-Gebiet oder Nebenwirkungen von Neuroleptika (wie Clozapin) können ursächlich sein.

Die Folgen reichen von einer psychosozialen Belastung durch das Benässen von Kleidung bis hin zu lebensbedrohlichen Speichelaspirationen. Eine frühzeitige multidisziplinäre Abklärung wird daher empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass nach einer erfolgreichen medikamentösen Speichelreduktion oder Botulinumtoxin-Injektion der natürliche Spüleffekt des Speichels abnimmt. Es wird daher eine intensivierte Mund- und Zahnhygiene sowie eine zahnärztliche Vorstellung empfohlen, um Schleimhaut- und Zahnschäden zu vermeiden. Zudem sollte in der Phase der reduzierten Speichelproduktion die Dysphagietherapie intensiviert werden, da das Aspirationsrisiko temporär gesenkt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie besitzt Glycopyrroniumbromid eine europaweite Zulassung (PUMA) zur symptomatischen Behandlung von schwerer Hypersalivation bei Kindern und Jugendlichen ab 3 Jahren. Andere anticholinerge Substanzen werden in dieser Altersgruppe meist im Off-Label-Use eingesetzt.

Die Leitlinie empfiehlt die kombinierte Injektion in die Glandula submandibularis und Glandula parotis, um sowohl die Ruhe- als auch die Reizsekretion zu mindern. Es wird eine sonographische Kontrolle angeraten, um Schluckstörungen durch eine ungewollte Diffusion in die Mundbodenmuskulatur zu vermeiden.

Bei Verdacht auf eine Mikroaspiration wird eine frühzeitige phoniatrische oder HNO-ärztliche Abklärung empfohlen. Als Standardverfahren nennt die Leitlinie die fiberoptisch-endoskopische Schluckevaluation (FEES) sowie die Röntgen-Videofluoroskopie.

Die Leitlinie hält fest, dass zur Effektivität von Amitriptylin bei Speichelflussminderung nur sehr vereinzelte Berichte vorliegen. Die anticholinerge Affinität von Amitriptylin wird als geringer eingestuft als die von Scopolamin, Atropin oder Glycopyrrolat.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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