Hyperparathyreoidismus: OP-Indikation und OP-Verfahren
Hintergrund
Die AWMF-S2k-Leitlinie behandelt die operative Therapie des primären (pHPT) und renalen Hyperparathyreoidismus. Der pHPT wird in 85 bis 90 Prozent der Fälle durch ein solitäres Nebenschilddrüsenadenom verursacht und führt zu einer Hyperkalzämie.
Der renale Hyperparathyreoidismus entsteht meist als Folge einer chronischen Niereninsuffizienz mit reaktiver Vergrößerung der Nebenschilddrüsen. Die Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen zu Diagnostik, Operationsindikationen und perioperativem Management.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Praxisaspekt der Leitlinie ist, dass eine negative präoperative Lokalisationsdiagnostik weder die Diagnose eines primären Hyperparathyreoidismus noch die Operationsindikation aufhebt. Zudem wird gewarnt, dass asymptomatische Recurrensparesen auftreten können, weshalb eine prä- und postoperative Laryngoskopie zur Überprüfung der Stimmbandfunktion bei allen Patienten obligat ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Operation als einzige kurative Therapie altersunabhängig bei allen Patienten mit biochemisch gesichertem pHPT. Eine besondere Indikation besteht bei Nephrolithiasis, Osteoporose oder typischen psychischen Symptomen.
Zur Planung eines fokussierten Eingriffs wird standardmäßig eine morphologische Bildgebung mittels Sonographie empfohlen. Ergänzend kann laut Leitlinie eine funktionelle Bildgebung, wie die Sestamibi-Szintigraphie, durchgeführt werden.
Es wird eine sofortige stationäre Aufnahme mit forcierter Diurese durch physiologische Kochsalzlösung empfohlen. Nach medikamentöser Stabilisierung des Volumens sollte laut Leitlinie eine frühzeitige Operation erfolgen.
Die Leitlinie nennt die subtotale Parathyreoidektomie sowie die totale Parathyreoidektomie mit Autotransplantation als etablierte Verfahren. Zusätzlich wird meist eine transzervikale Thymektomie empfohlen, um ektopes Gewebe zu entfernen.
Etwa 50 Prozent der Patienten entwickeln nach erfolgreicher Operation eine Hypokalzämie. Es wird eine bedarfsgerechte orale Substitution mit Calcium und aktivem Vitamin D unter regelmäßiger Laborkontrolle empfohlen.
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Quelle: Operative Therapie des primären und renalen Hyperparathyreoidismus (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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