Herzinsuffizienz: Therapie-Update und SGLT2-Inhibitoren
Hintergrund
Das Focused Update 2023 der ESC-Leitlinie, kommentiert durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), fasst wesentliche Neuerungen in der Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz zusammen. Seit der Publikation der Hauptleitlinie im Jahr 2021 wurden zahlreiche große randomisierte Studien veröffentlicht, die eine Anpassung der Therapieempfehlungen erforderlich machten.
Weltweit leiden etwa 60 Millionen Menschen an einer chronischen Herzinsuffizienz. Aufgrund der schlechten Prognose ist eine rasche Initiierung und konsequente Fortführung evidenzbasierter Therapien über alle Phänotypen hinweg essenziell.
Die Leitlinie teilt die Herzinsuffizienz basierend auf der linksventrikulären Funktionseinschränkung in folgende Phänotypen ein:
| Phänotyp | Abkürzung | Ejektionsfraktion (EF) |
|---|---|---|
| Reduzierte Ejektionsfraktion | HFrEF | ≤ 40 % |
| Mild reduzierte Ejektionsfraktion | HFmrEF | 41–49 % |
| Erhaltene Ejektionsfraktion | HFpEF | ≥ 50 % |
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Praxisaspekt der Leitlinie ist die absolute Ineffektivität der oralen Eisensubstitution bei Herzinsuffizienz-Patienten. Es wird betont, dass ein Eisenmangel zwingend intravenös (mit Ferricarboxymaltose oder Ferriderisomaltose) ausgeglichen werden sollte, da nur so Symptomatik und Hospitalisierungsraten nachweislich verbessert werden können. Zudem wird eine rasche Auftitration der Herzinsuffizienzmedikation noch während des stationären Aufenthaltes angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz der SGLT2-Inhibitoren Dapagliflozin oder Empagliflozin für alle Patienten mit HFmrEF und HFpEF. Diese erhalten eine starke Empfehlung (Klasse IA) zur Reduktion von Hospitalisierungen und kardiovaskulärem Tod.
Es wird eine intensivierte Strategie empfohlen, bei der evidenzbasierte Medikamente noch vor der Krankenhausentlassung initiiert und rasch aufgetitriert werden. In den ersten sechs Wochen nach Entlassung sollen zudem engmaschige ambulante Kontrollen zur weiteren Dosissteigerung erfolgen.
Laut Leitlinie wird eine intravenöse Eisentherapie mit Ferricarboxymaltose oder Ferriderisomaltose empfohlen, um Symptome zu lindern und Rehospitalisierungen zu senken. Eine orale Eisengabe wird explizit als nicht wirksam eingestuft.
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Niereninsuffizienz wird die Gabe von SGLT2-Inhibitoren sowie dem nichtsteroidalen Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten Finerenon empfohlen. Beide Substanzklassen senken das Risiko für herzinsuffizienzbedingte Hospitalisierungen signifikant.
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Quelle: Kommentar zum Focused Update 2023 der ESC zu den ESC- Leitlinien 2021 zur Diagnose und Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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