Diabetes mellitus und Herz: DDG Praxisempfehlung 2025

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DDG-Praxisempfehlung 2025 adressiert das Management von Personen mit Diabetes mellitus und kardiovaskulären Begleiterkrankungen. Bei Vorliegen eines Diabetes besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Myokardinfarkte, Schlaganfälle und kardiovaskulären Tod.

Eine gezielte Risikostratifizierung und konsequente Behandlung der assoziierten Risikofaktoren sind essenziell zur Prognoseverbesserung. Die aktualisierte Leitlinie integriert neue Studiendaten zu intensivierten Blutdruckzielen und überarbeiteten Scoring-Systemen für Vorhofflimmern.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das kardiovaskuläre Management:

Risikostratifizierung

Zur Abschätzung des 10-Jahres-Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse wird bei Personen ab 40 Jahren ohne atherosklerotische Erkrankung (ASCVD) der SCORE2-Diabetes-Algorithmus empfohlen. Bei Hypertonie oder Verdacht auf eine kardiovaskuläre Erkrankung sollte ein Ruhe-EKG abgeleitet werden.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Bestimmung zirkulierender Biomarker zur Risikostratifizierung ab. Auch weitergehende bildgebende Verfahren wie Echokardiografie oder MRT werden bei asymptomatischen Personen nicht routinemäßig empfohlen.

RisikokategorieKriterienLDL-Zielwert
Sehr hohes RisikoASCVD, schwerer Endorganschaden oder SCORE2-Diabetes ≥ 20 %< 55 mg/dl (und ≥ 50 % Reduktion)
Hohes RisikoSCORE2-Diabetes 10 bis < 20 %< 70 mg/dl (und ≥ 50 % Reduktion)
Moderates RisikoSCORE2-Diabetes 5 bis < 10 %< 100 mg/dl
Geringes RisikoSCORE2-Diabetes < 5 %Keine spezifische Angabe

Blutdruck- und Gerinnungsmanagement

Es wird ein systolischer Zielblutdruck von 120–129 mmHg angestrebt. Das diastolische Blutdruckziel liegt bei < 80 mmHg. Eine Blutdruckeinstellung < 120/70 mmHg sollte laut Leitlinie vermieden werden.

Zur Thrombozytenaggregationshemmung wird empfohlen:

  • Gabe von Aspirin (100 mg/Tag) bei bestehenden atherosklerotischen Gefäßerkrankungen

  • Erwägung von ASS (75–100 mg/Tag) zur Primärprävention bei Typ-2-Diabetes ohne ASCVD

  • Abstimmung der dualen Plättchenhemmung nach akutem Koronarsyndrom mit der Kardiologie

Blutzuckersenkende Therapie

Bei Vorliegen kardiovaskulärer Erkrankungen oder einem hohen Risiko sollten unbedingt Hypoglykämien vermieden werden. Es wird der Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT-2-Inhibitoren mit nachgewiesener Ereignisreduktion empfohlen.

Die Leitlinie betont, dass diese Wirkstoffe integraler Bestandteil der Therapie sein sollten. Bei komplexer koronarer Herzerkrankung sollte die Entscheidung über ein Revaskularisationsverfahren stets im interdisziplinären Herzteam gefällt werden.

Herzinsuffizienz

Bei allen Personen mit Diabetes sollte regelmäßig nach Symptomen einer Herzinsuffizienz gefragt werden. Bei Verdacht wird die Bestimmung natriuretischer Peptide und eine anschließende Echokardiografie empfohlen.

HF-TypLVEFWeitere Kriterien
HFrEF≤ 40 %Keine
HFmrEF41–49 %Strukturelle/funktionelle Herzanomalien (z. B. diastolische Dysfunktion, erhöhte Füllungsdrücke)
HFpEF≥ 50 %Strukturelle/funktionelle Herzanomalien (z. B. diastolische Dysfunktion, erhöhte Füllungsdrücke)

Für die HFrEF wird eine Vierfachtherapie (ACE-Hemmer/ARNI, Beta-Blocker, MRA, SGLT-2-Inhibitor) mit frühzeitiger Aufdosierung innerhalb von 6 Wochen empfohlen. Bei HFmrEF und HFpEF wird der Einsatz der SGLT-2-Inhibitoren Empagliflozin oder Dapagliflozin empfohlen, um Hospitalisierungen zu reduzieren.

Vorhofflimmern

Ein opportunistisches Screening auf Vorhofflimmern (Pulsmessung oder EKG) wird bei Personen unter 65 Jahren empfohlen. Ab 75 Jahren oder bei hohem Schlaganfallrisiko sollte ein systematisches EKG-Screening erwogen werden.

Zur Risikostratifizierung wird der aktualisierte CHA2DS2-VA-Score verwendet. Bei einem Score von 1 kann eine orale Antikoagulation (OAK) erwogen werden, ab einem Score von 2 wird sie empfohlen.

KomponenteDefinition
C (Chronische Herzinsuffizienz)Symptome/Zeichen oder LVEF ≤ 40 %
H (Hypertonie)Ruheblutdruck > 140/90 mmHg oder antihypertensive Therapie
A (Alter)≥ 75 Jahre
D (Diabetes mellitus)Typ-1- oder Typ-2-Diabetes oder glukosesenkende Therapie
S (Schlaganfall)Vorheriger Schlaganfall, TIA oder arterielle Thromboembolie
V (Gefäßkrankheiten)KHK, pAVK oder komplexe Aortenplaques
A (Alter)65–74 Jahre

Kontraindikationen

Glitazone sowie der DPP4-Inhibitor Saxagliptin sind bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz kontraindiziert. Die Leitlinie begründet dies mit einem signifikant erhöhten Risiko für eine Hospitalisierung aufgrund der Herzinsuffizienz.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer zu starken Blutdrucksenkung bei Personen mit Diabetes. Es wird empfohlen, systolische Werte unter 120 mmHg sowie diastolische Werte unter 70 mmHg strikt zu vermeiden, auch wenn eine intensive Blutdruckkontrolle angestrebt wird. Zudem wird betont, dass Thrombozytenaggregationshemmer bei Vorhofflimmern nicht anstelle einer oralen Antikoagulation eingesetzt werden dürfen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird ein systolischer Zielblutdruck von 120–129 mmHg angestrebt. Es wird jedoch davor gewarnt, den Blutdruck auf Werte unter 120/70 mmHg zu senken.

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von SGLT-2-Inhibitoren wie Empagliflozin oder Dapagliflozin. Diese Wirkstoffe senken das Risiko für Hospitalisierungen und kardiovaskulären Tod unabhängig von der Ejektionsfraktion.

Bei Personen mit Diabetes unter 65 Jahren wird ein opportunistisches Screening mittels Pulsmessung oder EKG empfohlen. Ab einem Alter von 75 Jahren oder bei hohem Schlaganfallrisiko sollte ein systematisches EKG-Screening erfolgen.

In der aktualisierten Leitlinie ist die Kategorie des Geschlechts (S für Sex) entfallen. Das weibliche Geschlecht wird nun eher als altersbedingter Risikofaktor und weniger als eigenständiger geschlechtsspezifischer Faktor gewertet.

Bei sehr hohem Risiko wird ein LDL-Cholesterin-Zielwert von unter 55 mg/dl empfohlen. Zudem sollte laut Leitlinie eine Cholesterin-Reduktion von mindestens 50 Prozent erreicht werden.

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Quelle: DDG: PE_Diabetes_mellitus_und_Herz_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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