Kardiovaskuläre Erkrankungen bei CKD: Therapie-Optionen
Hintergrund
Die chronische Nierenkrankheit (CKD) stellt einen der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Bei Patienten im fortgeschrittenen CKD-Stadium 4 oder 5 weisen etwa 50 Prozent gleichzeitig eine kardiovaskuläre Erkrankung auf.
Die kardiovaskuläre Mortalität ist in dieser Patientengruppe stark erhöht und macht fast die Hälfte aller Todesfälle aus. Das gleichzeitige Vorliegen beider Erkrankungen schränkt zudem die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten häufig ein.
Dieses Konsensuspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Kooperation mit der DGfN fasst die Besonderheiten in der Betreuung dieser Hochrisikopatienten zusammen. Es werden Strategien zur Risikoreduktion und zum Management spezifischer kardiovaskulärer Krankheitsbilder dargelegt.
💡Praxis-Tipp
Das Konsensuspapier weist darauf hin, dass die Diagnostik eines akuten Koronarsyndroms bei CKD-Patienten durch chronisch erhöhte Troponinwerte erschwert wird. Es wird betont, dass normale hsTroponin-Werte einen Infarkt zuverlässig ausschließen können, während erhöhte Werte in der Rule-in-Diagnostik weniger prädiktiv sind. Daher ist die Beurteilung der Troponin-Dynamik im zeitlichen Verlauf von entscheidender Bedeutung.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei den meisten Patienten mit CKD ein systolischer Blutdruck von 120 bis 129 mmHg angestrebt, sofern dieser toleriert wird. Bei nierentransplantierten Patienten wird ein Zielwert von unter 130/80 mmHg empfohlen.
Das Konsensuspapier empfiehlt den Einsatz von SGLT2-Inhibitoren (wie Empagliflozin oder Dapagliflozin) sowie GLP-1-Rezeptor-Agonisten (wie Semaglutid). Zusätzlich wird der nichtsteroidale Mineralokortikoidrezeptorantagonist Finerenon zur Reduktion kardiovaskulärer und renaler Ereignisse empfohlen.
Die europäischen Leitlinien empfehlen DOAKs bei Dialysepatienten derzeit nicht, während internationale Empfehlungen eine Gleichwertigkeit zu Vitamin-K-Antagonisten sehen. Das Konsensuspapier merkt an, dass DOAKs in Studien bei höhergradiger CKD kein auffälliges Risikoprofil zeigten, jedoch eine Dosisanpassung zwingend erforderlich ist.
Die aktuelle Datenlage stellt den Nutzen einer prophylaktischen ICD-Implantation bei Patienten mit Herzinsuffizienz und fortgeschrittener CKD in Frage. Es wird eine streng individualisierte Therapieentscheidung empfohlen, da ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht.
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Quelle: Konsensuspapier zum Management kardiovaskulärer Erkrankungen bei chronischer Nierenkrankheit Aus der Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der DGK in Kooperation mit der DGfN (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie), 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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